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Unterschiedliche Strategien: Frauen sehen anders

zuletzt aktualisiert: 07.02.2007 - 16:04

Jülich (RPO). Frauen sehen anders, Männer aber auch. Hirnforscher haben festgestellt, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede im Aufbau des Sehzentrums gibt. Deswegen nutzen Männer und Frauen vermutlich auch unterschiedliche Strategien, um sich in ihrer Umgebung zu orientieren.

Der graue Star - Piloten trifft er häufiger.  Foto: ddp
Der graue Star - Piloten trifft er häufiger. Foto: ddp

Ihre Erkenntnisse gewannen die Forscher, als sie bei Gehirnen verstorbener Menschen die Bereiche untersuchten, die für das Erkennen von Bewegungen zuständig sind. "Die Areale stehen miteinander in Kontakt und sind zum Beispiel aktiv, wenn man ein Auto vorbeifahren sieht", erklärte Hirnforscherin Karin Amunts.

Bei mikroskopischen Untersuchungen fanden die Wissenschaftler Unterschiede in der Zellarchitektur: In einem Bereich hatten Frauen eine breitere Hirnrinde als Männer. In einem anderen Bereich war das Volumen des gemessenen Areals in der rechten Hirnhälfte bei Männern größer als bei Frauen.

Ein größeres Volumen könne dem Gehirn mehr Raum geben, um an dieser Stelle zusätzliche Informationen zu verarbeiten und sich Bewegung räumlich vorzustellen, erklärte Amunts. Die Unterschiede müssten aber nicht heißen, dass Männer etwas besser könnten als Frauen oder umgekehrt. "Sie weisen eher darauf hin, dass sie unterschiedliche Strategien haben, um zum Ziel zu kommen, also verschiedene Vernetzungen im Gehirn nutzen."

Hirnforscherin Amunts arbeitet mit ihrem Kollegen Karl Zilles an einem dreidimensionalen Atlas des Gehirns und dokumentiert Unterschiede im zellulären Bau der Hirnrinde. 40 Prozent des Gehirns haben die Forscher bereits kartiert, den Rest wollen sie in den kommenden fünf Jahren erfassen, wie weiter berichtet wurde.

Mit Unterstützung der US-Forschungseinrichtung National Institute of Health solle auch eine Datenbank entwickelt werden, um den Hirnbau mit funktionellen Eigenschaften des Gehirns in Zusammenhang zu bringen.

Die Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der Universitäten Düsseldorf und Aachen berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience".

Quelle: ap

 
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