Mann unternimmt Selbstversuch: Gefühlswrack dank "Männerpille"
zuletzt aktualisiert: 23.03.2007 - 14:12Düsseldorf (RPO). Anderthalb Jahre lang nahm der britische Journalist Clint Witchalls an einer klinischen Studie zur "Männerpille" teil - und wurde dadurch zu etwas, das er selbst "hormongebeuteltes Gefühlswrack" nannte. Im April erscheint in Deutschland das Taschenbuch "Die Pille und ich. Ein Mann im Selbstversuch", das er über seine Erlebnisse geschrieben hat.
Immer wieder sagte Clint Witchalls Frau Sam zu ihm, er solle sich sterilisieren lassen, weil die Familienplanung des Paares abgeschlossen war. Dagegen wehrte sich Witchalls genau so wie gegen den Gebrauch von Kondomen. Im Mai 2004 dann stieß der Journalist auf der BBC-Homepage auf eine klinische Studie für die Pille für den Mann.
Clint Witchall erkundigte sich nach dem Vorgehen, einige Wochen später setzte ihm ein Arzt das Plastikröhrchen in den Oberarm - denn bei der "Pille für den Mann" handelt es sich nicht, wie der Name sagt, um eine Tablette. Verhütet wird mit einem Röhrchen, das über einen Zeitraum von einem Jahr Etonogestrel in der Blutbahn freisetzt, so dass die Spermaproduktion gehemmt wird.
In den folgenden Monaten bekam Clint Witchall die Nebenwirkungen mit voller Wucht zu spüren. Er schwitzte stark, hatte mal sehr viel, manchmal überhaupt keine Lust mehr auf Sex. Er nahm zu und litt an einer klinischen Depression, die medikamentös behandelt werden musste. Das Implantat wurde im Mai 2005 entfernt. Kurz danach war der Tester wieder depressionsfrei - und bereit, seine Erfahrungen aufzuschreiben.
Das Buch erscheint am 2. April im Rowohlt Taschenbuch Verlag und kostet 7,90 Euro.
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