Kaktusfeigenextrakte helfen bei Alkoholgenuss: Gegen Kater ist ein Kraut gewachsen
zuletzt aktualisiert: 29.06.2004 - 09:04Chicago (rpo). Wer nach einer ausgiebigen Party am nächsten Tag etwas verkatert ist, sollte sich der Kaktusfeige zuwenden. Deren Extrakte beugen nämlich den typischen Symptomen nach exzessivem Alkoholgenuss vor. Das berichten amerikanische Forscher.
Versuchspersonen, die das Mittel vor exzessivem Alkoholgenuss zu sich genommen hatten, ging es am Morgen danach deutlich besser als Probanden, die nur ein Placebo bekommen hatten. Das berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine" (Bd. 164, S. 1334).
Die Forscher um Jeff Wiese von der Tulane-Universität in New Orleans verhalfen insgesamt 55 Freiwilligen im Alter zwischen 21 und 35 Jahren zu einem Rausch unter kontrollierten Bedingungen. Fünf Stunden vor dem Trinken bekamen die Versuchsteilnehmer entweder den aus der Haut der Kaktusfeige gewonnenen Extrakt oder einen wirkungslosen Scheinextrakt. Außerdem erhielten alle vorher ein Abendessen. Schließlich durften sie sich für eines der folgenden Getränke entscheiden, mit dem sie sich vier Stunden lang betrinken sollten: Wodka, Gin, Rum, Bourbon, Scotch oder Tequila. Eine Stunde nach Ende des Alkoholgenusses bestimmten die Forscher die Alkoholwerte der Teilnehmer.
Kaktusfeigenpräparat kann drei typische Beschwerden senken
Am nächsten Morgen kontrollierten die Mediziner die Körperfunktionen der Versuchspersonen und nahmen Blut- und Urinproben. Das Ausmaß des Katers bestimmten sie mit einer Skala, mit der die Probanden anhand von neun Symptomen ihren eigenen Zustand einschätzten. Der gleiche Versuchsablauf wurde zwei Wochen später mit denselben Teilnehmern wiederholt. Diesmal bekamen sie allerdings jeweils den anderen Extrakt. Das Kaktusfeigenpräparat konnte drei typische Katerbeschwerden deutlich reduzieren: Die Versuchspersonen klagten am nächsten Morgen weniger über Übelkeit, Mundtrockenheit und Appetitlosigkeit. Auch insgesamt fühlten sie sich im Vergleich zu den Teilnehmern, die das Placebo erhalten hatten, besser.
Bei einem Kater spielen entzündliche Prozesse eine Rolle, an denen ein bestimmter Eiweißstoff beteiligt ist, vermuten Experten. Der Kaktusfeigenextrakt reduziert diese Entzündungen, konnten die Wissenschaftler nachweisen. Bei den Probanden, die den Kaktusfeigenextrakt bekommen hatten, fanden sie 40 Prozent weniger entzündungsfördernde Proteine als bei den mit dem Placebo behandelten Versuchsteilnehmern.
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