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Risiko frühzeitig senken: Gehirntraining und Bewegung gegen Alzheimer

zuletzt aktualisiert: 15.07.2005 - 07:08

Washington (rpo). Mit Gehirntraining, Bewegung und guter Ernährung lässt sich das  Alzheimer-Risiko frühzeitig senken. Das beweisen immer mehr Studien. Das Ziel des Gehirntrainings umschreiben Forscher mit dem Begriff "kognitive Reserve". Damit meinen sie geistige Eigenschaften wie Bildung, berufliche Fertigkeiten oder etwa Sprachvermögen.

Forschungsobjekt Gehirn: Unterm Strich kommt bei Männern und Frauen eine gleich hohe Intelligenz heraus.  Foto: AP, AP
Forschungsobjekt Gehirn: Unterm Strich kommt bei Männern und Frauen eine gleich hohe Intelligenz heraus. Foto: AP, AP

"Mit einer kognitiven Reserve wird man nicht geboren", betonte der Wissenschaftler Yaakov Stern von der New Yorker Columbia Universität kürzlich auf einer Fachtagung. "Das ist etwas, was sich ändert und beeinflusst werden kann."

Mit dieser Meinung steht Stern nicht alleine: In den gesamten USA bietet die Alzheimer-Vereinigung kostenlose Kurse an, um Menschen jeder Altersgruppe über die diversen Vorbeugungsmöglichkeiten zu informieren. "Es gibt ein enormes Interesse daran, sicherzustellen, dass man mit 80 Jahren noch ein funktionsfähiges Gehirn hat", sagt die Projektleiterin Elizabeth Edgerly.

Im Gehirn versorgen Netzwerke von Blutgefäßen die etwa 100 Milliarden Hirnzellen mit Sauerstoff. Von den Enden dieser Zellen gehen zweigförmig Tentakel ab, die unter dem Mikroskop aussehen wie feine Haarbüschel. In einem gesunden Gehirn wachsen und vernetzen sich bis ins hohe Alter neue Nervenzellen.

Dieses Wachstum hängt aber offenbar stark von der Bildung ab. Weniger gebildete Menschen haben Studien zufolge ein doppelt so hohes Alzheimer-Risiko wie Akademiker. Und wer neben einer geringen Schulbildung auch noch eine anspruchslose Arbeit verrichtet, hat laut Stern sogar eine um das Drei- bis Vierfache erhöhte Erkrankungs-Wahrscheinlichkeit.

Aber auch im Alter lässt sich das Risiko noch beeinflussen. Das Organ reagiert auf Beanspruchung offenbar wie ein Muskel: Es lässt sich trainieren. Gehirnscans zeigen, dass bei Menschen, die ihr Gehirn in ungewohnter Weise auf Trab halten, neue Nervenverbindungen entstehen. Edgerly rät daher, das Gehirn täglich zu fordern, sei es durch Rätsel, Schach oder das Erlernen einer Fremdsprache.

Freunde treffen statt fernsehen

Wichtig ist Studien zufolge auch die soziale Anregung. Statt abends fernzusehen, sollte man sich also eher mit anderen Menschen treffen. Auch chronischer Stress etwa durch ständige Sorgen erhöht Forschern zufolge die Krankheitsgefahr. Autopsien zeigen, dass solche Menschen zwischen ihren Gehirnzellen weniger Verzweigungen aufweisen. Dies macht das Gehirn offenbar für demenzielle Erkrankungen anfälliger.

Auch mit Bewegung lässt sich vorbeugen. Senioren, die im mittleren Alter geistig und körperlich weniger aktiv waren, haben ein etwa dreifach erhöhtes Krankheitsrisiko. Dazu passt, dass auch Übergewicht die Wahrscheinlichkeit steigert, Alzheimer zu bekommen, so das Resultat einer schwedischen Untersuchung.

Schließlich spielt auch die Ernährung eine Rolle: Ratsam für das Gehirn sind die gleichen Lebensmittel, die zur Prävention von Herzerkrankungen empfohlen werden, insbesondere die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren. Gesund sind auch Obst- und Gemüsesorten mit einem hohen Gehalt der Vitamine E und C. Aber auch B-Vitamine und Folsäure - die etwa in Getreide vorkommen - sind wichtig für die Gesundheit des Gehirns.

Zwar bieten die genannten Maßnahmen keine Garantie gegen Alzheimer. Aber selbst wenn die Erkrankung auftritt, ist der Verlauf bei Patienten, die sich an die Tipps halten, weniger gravierend.

Quelle: ap

 
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