Durch Bewegung fördern: Gute Körperhaltung bei Kindern nicht wichtig
zuletzt aktualisiert: 20.03.2006 - 07:57Berlin (rpo). "Mach den Rücken gerade" oder "Häng nicht so auf dem Stuhl herum". Wer kann sich nicht an Ermahnung dieser Art aus dem Mund seiner Eltern erinnern. Gute Haltung ist wichtig - bei kleinen Kindern aber gar nicht nötig.
Das sagt Holger Mellerowicz, Chefarzt der Kinderorthopädie der Helios Klinik in Berlin.
"Eltern von aktiven und normalgewichtigen Kindern brauchen sich bis zum sechsten Lebensjahr selten um deren Körperhaltung kümmern", sagt Mellerowicz. Sie sollten aber den natürlichen Bewegungsdrang ihrer Kinder unterstützen. Dafür können Eltern mit ihren Sprösslingen draußen spielen, zum Schwimmen gehen oder sie für einen Sport begeistern.
Die Körperhaltung hängt vom Zusammenspiel der Gelenke, Muskeln und des Nervensystems ab. Eine gute Koordination zeigen Kinder, die Bälle fangen und werfen, auf einer Linie balancieren oder auf einem Bein hüpfen können.
"Leider sind diese Fähigkeiten nicht mehr so häufig wie früher", beklagt der Orthopäde. Fast die Hälfte der heutigen Grundschüler zeigten hierbei Defizite.
Mit dem Matthias-Test untersuchen Experten die Körperhaltung von Grundschülern. Hierbei soll das Kind sich aufrichten, das heißt Bauch und Po einziehen und das Becken aufrichten. "Damit kann man feststellen, ob ein Kind Haltungsschwächen hat", sagt Mellerowicz.
Solche Kinder brauchen dann professionelle Betreuung durch Orthopäden und Krankengymnasten. Da Haltungsschwächen bei Kindern häufig mit Übergewicht einhergehen, können auch Ernährungsberater helfen.
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