Evolution beugt vor: Haarverlust soll Menschen vor Parasiten schützen
zuletzt aktualisiert: 20.06.2003 - 07:37London (rpo). Die Evolution hat vorgebeugt: Die Menschen haben im Laufe ihrer Entwicklung vor allem deshalb ihre Haare weitgehend verloren, damit sie sich besser vor Parasiten wie Fliegen und Flöhen schützen können.
Diese neue Theorie vertreten Forscher der britischen Universitäten Reading und Oxford in der Fachzeitschrift "Biology Letters". Die Menschen hätten es mit der Beherrschung des Feuers verstanden, flexibel auf ihre Umwelt zu reagieren. Da sie so Wärme erzeugen und sich selbst bekleiden konnten, sei ein Fell oder eine Ganzkörperbehaarung nicht mehr wünschenswert gewesen.
Kleidungsstücke könnten schließlich auch besser von Parasiten gereinigt werden als eine Behaarung am ganzen Körper, betonten die Experten. Die beim Menschen noch bestehende Kopf- und Schambehaarung habe dagegen auch heute noch ihren Sinn. Sie diene dazu, die sexuelle Attraktivität zu erhöhen. So gebe es Hinweise, dass das Schamhaar die Verbreitung von Sexualduftstoffen steigern könne. Als ein Beweis für ihre Theorie führen die Wissenschaftler die je nach Region unterschiedliche Behaarung der Menschen an. So verfügten Menschen in den Tropen über deutlich weniger Körperbehaarung, da es in diesen Gebieten viel mehr Parasiten gebe.
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