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  Foto: ddp
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Pigmentstörungen: Hautflecken können behandelt werden

zuletzt aktualisiert: 17.01.2011 - 09:08

Münster/Köln (RPO). Die makellosen Gesichter aus Werbung und Medien vermitteln eine eindeutige Botschaft: Schöne Haut ist nicht nur rein und glatt, sondern auch ebenmäßig gefärbt. Doch bei vielen Menschen zeigt der Spiegel das Kontrastprogramm zu diesem Schönheitsideal: Die Haut ist fleckig, weist dunkle und helle Bereiche auf.

Das ist für die Betroffenen oft belastend, aber es gibt durchaus Abhilfe: Für die Therapie stehen Cremes, Peelings oder Laserbehandlungen zur Verfügung. Diese Strategien sind allerdings nicht risikolos und gehören in die Hände von Fachleuten.

"Es gibt unterschiedliche Formen und Ursachen der Pigmentstörungen", sagt Nadine Peukert, Expertin für ästhetische Dermatologie am Universitätsklinikum Münster. "Gerade bei Flecken im Gesicht ist das ästhetische Problem für viele Menschen psychisch sehr belastend." Obwohl die dunklen Stellen aus medizinischer Sicht nicht behandlungsbedürftig seien, sollte ein Hautarzt die Ursachen abklären, damit die richtigen Maßnahmen ergriffen werden können. "Selber an den Flecken herumzudoktern oder den Fall einem Schönheitsstudio zu überlassen, bleibt oft ergebnislos, kann sogar zu Schäden führen oder packt das Problem nicht an der Wurzel", sagt Peukert.

Info

Tipps gegen Hyperpigmentierung

- Vermeiden Sie übermäßige Sonnenbäder, vor allem im Sommer in der Zeit von 11 bis 16 Uhr. Auch auf Besuche im Solarium sollten Menschen mit Neigung zu Pigmentstörungen verzichten.

- Schützen Sie Ihre Haut durch entsprechende Kleidung, wenn Sie in die Sonne müssen. Verwenden Sie Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50).

- Erkundigen Sie sich vor der Einnahme von Medikamenten nach möglichen Wechselwirkungen mit UV-Licht.

- Beobachten Sie sämtliche Pigmentflecken regelmäßig selbst. Zeigt sich eine Auffälligkeit, suchen Sie ärztlichen Rat. Jede Behandlung von Pigmentstörungen sollte von einem Hautarzt abgeklärt werden, damit die richtige Therapie gewählt werden kann.

Zellen produzieren unterschiedlich viel Melanin

Die häufigsten Formen von Pigmentstörungen sind neben Altersflecken die Hyperpigmentierungen in Folge von Hautreizungen oder das sogenannte Melasma, das sich häufig bei Schwangeren im Gesicht breitmacht. Grundlegend verantwortlich sind in allen Fällen übereifrige Zellen in der Oberhaut, die sogenannten Melanozyten, die den individuellen Farbton erzeugen, wie Hautärztin Peukert erläutert. Sie produzieren das bräunliche Pigment Melanin, das verhindert, dass die gefährlichen UV-Strahlen tief in die Haut eindringen.

Deshalb reagiert die Haut bei Reizung durch Sonnenbestrahlung auch mit einer erhöhten Produktion von Melanin - wir werden braun. Ist die Bildung der Farbpigmente allerdings in verschiedenen Hautbereichen uneinheitlich, entstehen die unbeliebten Flecken. Sie können an einer, aber auch an mehreren Stellen gleichzeitig auftreten und variieren je nach Form in Symmetrie, Größe, Farbe und Ausprägung.

"Am häufigsten klagen Patienten über Pigmentflecken, die landläufig als Altersflecken bezeichnet werden", ist die Erfahrung der Dermatologin. Sie sind die Folge langjähriger Lichteinwirkung und entstehen daher frühestens ab dem 40. Lebensjahr. Die Flecken treten meist an sonnenexponierten Stellen auf, beispielsweise an den Handrücken, Unterarmen und im Gesicht. Auch sie seien harmlos, aber dennoch lohnt sich der kritische Blick eines Hautarztes: "Altersflecken können unter Umständen manchen Hautkrebsformen ähneln", sagt Peukert.

Auch Reizungen der Haut durch Entzündungen wie beispielsweise Akne, Verletzungen oder Allergien können zu einer Überpigmentierung der betroffenen Hautbereiche führen. Kommt dann noch Sonnenlicht dazu, werden die Flecken deutlich sichtbar. "Manchmal lässt auch schon ein Sonnenbrand fleckige Haut zurück", ergänzt Peukert. Grundsätzlich liege bei den Betroffenen immer auch eine Veranlagung zu solchen Hyperpigmentierungsreaktionen vor.

Vom sogenannten Melasma, auch Chloasma genannt, seien meist Frauen betroffen, sagt Peukert. Ursachen können hormonelle Faktoren sein, die die Melanozyten in manchen Hautbereichen überreagieren lassen. So kommt eine Schwangerschaft als Auslöser infrage: Man spricht dann von einer Schwangerschaftsmaske. Aber auch die Antibabypille und bestimmte Medikamente können die unbeliebten Flecken ins Gesicht der Betroffenen stempeln. Die Pigmentflecken beim Melasma treten typischerweise an Stirn, Schläfen und Wangen auf. Sie sind unregelmäßig geformt und können zu größeren Flächen zusammenfließen. Durch UV-Strahlung werden die Flecken dunkler und damit noch deutlicher. "Oft verschwinden sie zwar nach der Schwangerschaft oder dem Absetzen des verantwortlichen Medikaments wieder, aber in vielen Fällen bleiben leider hartnäckige Flecken zurück", sagt Peukert.

Die Behandlung von Pigmentflecken ist nach Angaben des Kölner Hautarztes Jörg Andreas Larsen "eine heikle Angelegenheit, bei der man vorsichtig vorgehen muss". Deshalb probiere man am besten Schritt für Schritt aus, welche Methode oder Behandlungsstärke die Flecken verschwinden lässt. In manchen Fällen könnten spezielle Cremes mit leicht aufhellender Wirkung schon zum Erfolg führen, sagt Larsen. Reichen sie nicht aus, gibt es stärkere, verschreibungspflichtige Präparate, die einen aufhellenden Effekt in der oberen Hautschicht bewirken. Es sei aber Vorsicht geboten, denn die Haut mancher Patienten reagiere mit starken Reizungen.

Als nächste Stufe kommen sogenannte Peelings infrage. Dabei werden in mehreren Sitzungen Substanzen wie beispielsweise Fruchtsäuren auf die Haut aufgetragen, die eine Erneuerung der obersten Hautschicht auslösen. "Wenn man Glück hat, werden dabei die überpigmentierten Hautschichten abgetragen und die Flecken verschwinden", sagt Larsen. Auch bei dieser Methode gibt es unterschiedliche Grade der Intensität. Bei besonders hartnäckigen Pigmentflecken, deren Farbstoffe in tieferen Hautschichten sitzen, helfe oft nur eine Lasertherapie, sagt Larsen. Dabei erhitzt ein spezielles Laserlicht gezielt die Farbpartikel in der Haut und zerstört sie. Die Bruchstücke werden dann aus dem Gewebe abtransportiert - der Fleck verschwindet.

Bei allen Methoden sei es wichtig, konsequent die Sonne zu meiden, denn UV-Strahlung könne die gereizte Haut zu einer verstärkten Pigmentproduktion antreiben. Deshalb eigne sich vor allem das Winterhalbjahr für eine Behandlung. Grundsätzlich sollten Menschen mit einer Neigung zu Pigmentflecken das direkte Sonnenlicht meiden und die Haut konsequent mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen. So entstünden weniger neue Flecken und man verhindere, dass vorhandene weiter nachdunkeln. Bei sachgemäßer Anwendung seien die Risiken aller Maßnahmen zur Beseitigung von Pigmentflecken zwar gering, aber ein gewisses Restrisiko bleibe. Sie können unter Umständen die Haut reizen - und dadurch sogar wiederum selbst zu Hyperpigmentierungen führen.

Quelle: DDP/felt

 
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