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Arzneipflanzen helfen bei allerlei Beschwerden auf natürliche Art und Weise. Jährlich wählt der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen an der Universität Würzburg die Pflanze des Jahres. Hier gibt es einen Überblick über die Arzneipflanzen, die in den letzten Jahren gekürt wurden und ihre Wirkungsweisen.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Foto: Michael Menke
Arzneipflanze des Jahres 2012
Ein Süßholzwurzeltee hilft bei Heiserkeit und Hustenreiz. Denn das Glycyrrhizin wirkt unter anderem entzündungshemmend und schleimhautschützend. Ohne ärztliche Rücksprache sollte man Süßholzwurzel allerdings nicht länger als vier bis sechs Wochen anwenden. Hohe Dosen können zu Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Ödemen führen. Aus diesem Grund gilt als tägliche Obergrenze für den Lakritzverzehr 50 Gramm - denn auch dort ist Süßholzwurzel enthalten.
Foto: Portal Naturheilkunde
Arzneipflanze des Jahres 2011
Die Blüte der Passionsblume (Passiflora incarnata) wird gerne als die Schönste der Welt bezeichnet. Sie ist nicht nur schön, die Pflanze hilft auch: Ihre Extrakte sind besonders gut verträglich und werden erfolgreich bei Stress, Schlafstörungen und ängstlich-nervöser Unruhe eingesetzt.
Foto: Martin Bauer GmbH/idw
Arzneipflanze des Jahres 2010
Schon Ärzte in der Antike wussten um die heilende Wirkung der Efeupflanze. Sie nutzten neben den Blättern auch die Früchte als Schmerzmittel oder bei Verbrennungen, bei Milzbeschwerden, Gicht, Ohren- und Kopfschmerzen, Lungenleiden und Fieber .
Heute kommt das Extrakt aus den gelappten Blättern des Efeus zum Einsatz. Efeu ist als Mittel gegen Erkrankungen der Bronchien anerkannt. Es kommt zum Einsatz bei Reizhusten, Bronchialkatarrh, chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen, Keuchhusten und Asthma bronchiale.
Foto: Martin Bauer GmbH/idw
Arzneipflanze des Jahres 2009
Der Fenchel spielt in der Kinderheilkunde eine überragende Rolle. Bei Blähungen und Verdauungsproblemen kommt er schon bei Säuglingen zum Einsatz. Die Wirkstoffe des Fenchel fördern die Beweglichkeit des Magen-Darmtraktes und sind in höherer Konzentration krampflösend. Für Anethol und Fenchon ist außerdem eine schleimlösende Wirkung nachgewiesen.
Fenchel wird medizinisch angewendet gegen unspezifische Verdauungsprobleme, wie etwa leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen. Zum Einsatz kommt er auch bei Entzündungen von Hals und Rachen. Haben Kinder diese Beschwerden, bekommen sie oft Fenchelhonig.
Foto: Maja Dumat/Pixelio.de/idw
Arzneipflanze des Jahres 2008
Extrakte aus den Samen der Rosskastanie werden gegen Beschwerden bei chronischen Venenleiden eingesetzt. Zudem hat der Baum eine lange und interessante Geschichte als Arznei- und Nutzpflanze. Darum wurde er jetzt vom "Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2008 gekürt. Der Extrakt hilft bei Beschwerden der chronischen Veneninsuffizienz - bei Schweregefühl, Schmerzen, Schwellungen und Juckreiz in den Beinen sowie bei nächtlichen Wadenkrämpfen.
Foto: Robert Emmerich/idw
Arzneipflanze des Jahres 2007
Hopfen sorgt nicht nur als Würze im Bier. 2007 wurde die Pflanze zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Wilder Hopfen wird bereits seit der Jungsteinzeit als Heilmittel gegen Entzündungen, zur Entspannung, als harntreibendes Mittel und gegen Frauenleiden eingesetzt. Als Schlaf- und Beruhigungsmittel sind Hopfenpräparate heute in vielerlei Form erhältlich. Wegen des Inhaltsstoffs Xanthohumol wird er in der Krebsprävention eingesetzt. Ihm werden zudem positive Wirkungen sowohl gegen Krankheitserreger wie Pilze, Bakterien, Herpeserreger, als auch gegen Diabetes, Rheuma und Allergien zugeschrieben.
Foto: Uni Würzburg/idw
Arzneipflanze des Jahres 2006
Thymianpräparate werden in vielfältiger Weise eingesetzt, hauptsächlich aber als Hustenmittel - wegen der auswurffördernden und krampflösenden Eigenschaften sowie der antimikrobiellen Wirkung der Pflanze. Unterstützend werden die Präparate auch bei Keuchhusten und Asthma verwendet. Extrakte aus Thymiankraut lindern den Hustenreiz und beschleunigen den Abtransport des Schleims. Äußerlich wird Thymian als durchblutungsförderndes, antibakterielles, aber auch desodorierendes Mittel bei Entzündungen in Mund und Rachen als Gurgelmittel verabreicht.
Foto: Institut für Geschichte/Uni Würzburg
Arzneipflanze des Jahres 2005
Dem Speiseöl gewonnen aus Kürbissamen wird ein positiver Einfluss bei Blasenproblemen nachgesagt. Schalenfreie Kürbissamen und daraus hergestellte Produkte werden als pflanzliche Arzneimittel gegen Blasen- und Prostata-Probleme verwendet.
Foto: Uni Würzburg/idw
Arzneipflanze des Jahres 2004
Bei innerer Anwendung wirken die Blätter der Pfefferminze vor allem krampflösend, blähungs- und galletreibend, antibakteriell und antiviral. Pfefferminzöl wird auch zur Behandlung des Reizdarms eingesetzt.
zurückzuführen sind. Allerdings muss hierfür das Pfefferminzöl speziell "verpackt" werden, damit es erst im Darm wirksam wird. Äußerlich werden Zubereitungen, die Pfefferminzöl enthalten, für Inhalationen und Einreibungen oder als Badezusatz verwendet.
Foto: Robert Emmerich/idw
Arzneipflanze des Jahres 2003
Die Inhaltsstoffe der Artischoken- Blätter verbessern die Fettverdauung, entlasten die Leber und senken die Cholesterinwerte. Die Inhaltsstoffe ihrer Blätter, unter anderem Flavonoide und Bitterstoffe, regen die Produktion der Gallensäure an. Dies führt zu einer verbesserten Fettverdauung und zur Entlastung der Leber.
Foto: Uni Würzburg/idw
Arzneipflanze des Jahres 2002
Vor allem in Frankreich und Italien ist der Stechende Mäusedorn (Ruscus aculeatus) bereits ein bekanntes Mittel gegen Venenschwäche. Der Wurzelextrakt erhöht die Spannung der Venen und stimuliert den lymphatischen Transport. Dadurch nimmt das Gewebevolumen ab. Neuesten Studien zufolge schützen die Wirkstoffe der Ruscuswuzel auch die Venenstützfaser Elastin, wodurch die Venen elastisch bleiben.
Foto: Uni Würzburg/idw
Arzneipflanze des Jahres 2001
Die Blüten der Arnika werden in der Medizin erfolgreich eingesetzt, zum Beispiel bei Prellungen oder rheumatischen Beschwerden. Die Arnikablüten werden äußerlich angewandt, etwa bei Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen, rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, bei Furunkelbildungen nach Insektenstichen sowie bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.