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Israelische Forscher mit Erfolgen bei Mäusen: Hochpräzise Knoblauchbombe bekämpft Tumore

zuletzt aktualisiert: 30.12.2003 - 16:50

Rehovot (ddp). Die Substanz, die dem Knoblauch den typischen scharfen Geruch verleiht, kann auch Krebstumore zerstören. Das konnten israelische Wissenschaftler zumindest bei Mäusen nachweisen. Dazu entwickelten sie ein ausgeklügeltes Zwei-Phasen-System, das den Wirkstoff Allicin zielsicher zu den Tumorzellen bringt.

Seine Forschungen schildert das Team um David Mirelman und Meir Wilchek in der Fachzeitschrift «Moleculas Cancer Therapeutics» (Dezemberausgabe).

Die Substanz Allicin gibt dem Knoblauch den typischen scharfen Geruch und Geschmack. Der Wirkstoff ist nicht nur für Tumorzellen schädlich, sondern auch für Mikroorganismen und sogar für gesunde Körperzellen giftig. Da Allicin jedoch sehr instabil ist und leicht zerfällt, richtet es normalerweise keinen Schaden an.

Aufgrund dieses schnellen Zerfalls war es bisher auch schwierig, den toxischen Stoff zur Tumorbekämpfung einzusetzen. Die Biochemiker vom israelischen Weizmann-Institut in Rehovot haben nun eine Methode gefunden, Allicin gezielt zum Tumor zu bringen.

Dabei vollziehen sie den Prozess nach, durch den Allicin auch natürlich im Knoblauch synthetisiert wird. Der toxische Stoff entsteht bei einer chemischen Reaktion, in der das Enzym Alliinase die Substanz Alliin in Allicin umwandelt.

Das Enzym und das Alliin liegen getrennt vor. Sie kommen erst dann zusammen, wenn die Zellen des Knoblauchs beschädigt werden - sei es durch einen Schädling oder ein Küchenmesser. Außerdem nutzen die Forscher aus, dass Krebszellen auf ihrer Oberfläche bestimmte Rezeptormoleküle besitzen, die gesunde Körperzellen nicht haben.

Mithilfe spezieller Schlüsselmoleküle, die nur auf diese Rezeptoren passen, diese gezielt aufsuchen und dort andocken, schleusen die Biochemiker die Alliinase mit dem Blut zielgenau zu den Tumoren. Danach injizieren sie die zweite Substanz Alliin, das dann ausschließlich an den Tumorzellen mithilfe der Alliinase zum giftigen Allicin reagiert. Mit dieser hochpräzisen «Knoblauchbombe» konnten die Wissenschaftler erfolgreich das Wachstum von Tumoren im Verdauungstrakt von Mäusen blockieren.

Die Technik könnte bei fast allen Krebsarten wirken, solange sich ein spezifisches Schlüsselmolekül herstellen lässt, das die für die Krebszellen typischen Rezeptoren identifiziert. Zudem könnte sich das Verfahren als äußerst effizient in der Bekämpfung von Metastasen nach einer Operation erweisen, hoffen die Forscher.

Bestimmte Inhaltsstoffe von Knoblauch sind in der Lage, Krebszellen zu zerstören.  Foto: RPO
Bestimmte Inhaltsstoffe von Knoblauch sind in der Lage, Krebszellen zu zerstören. Foto: RPO

 
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