Erster deutscher "Tabakatlas" offenbart: Im Norden wird mehr geraucht als im Süden
zuletzt aktualisiert: 03.07.2009 - 09:47Berlin (RPO). Im Norden Deutschlands wird mehr geraucht als im Süden, die Mehrzahl der Raucher ist männlich und die meisten rauchenden Jugendlichen gibt es in Ostdeutschland. Dies sind die Aussagen des ersten deutschen "Tabakatlas", der in Berlin vorgestellt wurde.
Nach den vorgelegten Zahlen ist trotz hoher Tabaksteuer und Warnhinweisen auf jeder Zigarettenpackung mit 30,1 Prozent immer noch ein knappes Drittel der erwachsenen Bevölkerung Raucher. Speziell Bildung und der soziale Status beeinflussen das Rauchen.
So rauchen 42 Prozent der männlichen Hauptschüler im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, aber nur 18 Prozent der gleichaltrigen Gymnasiasten. Bei Erwachsenen zeigt sich ein ähnliches Bild. So rauchen 59 Prozent aller männlichen Gebäudereiniger, aber nur 15 Prozent aller Elektroingenieure. Bei den Frauen rauchen 47 Prozent aller Stewardessen, aber nur 14 Prozent aller Gymnasiallehrerinnen.
Unter den Jugendlichen sank die Raucherquote im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand der vergangenen 20 Jahre. Von den 12- bis 17-Jährigen rauchten insgesamt gut 15 Prozent. Dabei zeigte sich vor allem ein Unterschied zwischen Osten und Westen. In den neuen Ländern ist der Raucheranteil unter Jugendlichen deutlich höher als in den alten Ländern.
Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse zum Rauchen, die im "Tabakatlas" präsentiert wurden, in unserer Aufstellung für Sie zusammengetragen.
Die Drogenbeauftragte Bätzing nannte Rauchen "das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit." Dennoch rauche fast ein Drittel der Bevölkerung. Dies sei Grund genug, um mit dem Tabakatlas alle Fakten in neuer Form darzustellen.
Der Atlas, der vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Robert-Koch-Institut erarbeitet wurde, soll umfassend die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens aufzeigen.
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