Schutz vor Zecken-Krankheit: Impfung gegen FSME auch kurzfristig möglich
zuletzt aktualisiert: 16.04.2007 - 13:08Marburg (RPO). Auch kurzfristig kann man sich noch gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen, da sich der Schutz sehr schnell aufbauen lässt. Die FSME wird von Zecken übertragen. Wer in ein Risikogebiet fährt, sollte sich also auf jeden Fall über die Impf-Möglichkeiten informieren.
Das Minimum seien drei Wochen, hänge aber vom verwendeten Impfstoff ab, sagte Ute Arndt vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg am Montag dem dpa-Themendienst. Während bei einer normalen Impfung die zweite Dosis vier bis zwölf Wochen nach der ersten gegeben wird und die dritte etwa ein Jahr später folgt, sind die Abstände bei der so genannten Schnellimmunisierung deutlich kürzer: Die zweite Dosis werde eine Woche und die dritte drei Wochen nach der ersten gegeben.
Allerdings sei dann in der Regel eine vierte Impfung nach 18 Monaten nötig, erläutert die Medizinerin. Erst dann sei ein nachhaltiger Schutz erreicht, der in der Regel drei Jahre vorhält. Zwischen dem 12. und dem 50. Lebensjahr halte der Impfschutz oft sogar fünf Jahre. "Frühestens zwei Wochen nach der zweiten Impfung ist der Schutz aber belastbar", sagt Arndt. Die Schnellimpfung könne wichtig sein, falls jemand kurzfristig in ein FSME-Risikogebiet reist oder falls der Heimatkreis zum Risikogebiet erklärt wird.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin sind derzeit 129 Kreise als Risikogebiete ausgewiesen. Sie liegen vor allem in Baden-Württemberg und Bayern. Daneben sind acht Kreise in Hessen, sieben in Thüringen und ein Kreis in Rheinland-Pfalz betroffen. Bundesweit wurden 2006 fast 550 FSME-Fälle registriert. Die Krankheit kann Gehirn- und Hirnhautentzündung verursachen und in Einzelfällen zum Tod führen.
In der Regel wird der Impfstoff gut vertragen, erläutert Arndt. Auch Kinder könnten nach dem ersten Lebensjahr geimpft werden. Allerdings könne es gerade nach der ersten Impfung zu Kopfschmerzen, leichtem Fieber oder einem geschwollenen Arm kommen. "Das Immunsystem wird ja bewusst gereizt", sagt die Expertin.
In manchen Fällen könne es auch zu einer allergischen Reaktion auf den Impfstoff kommen. Dies betreffe vor allem Menschen, die empfindlich auf Hühnereiweiße reagieren, da der Impfstoff auf entsprechender Basis hergestellt werde. Wer an einer behandlungsbedürftigen Erkrankung leide, etwa einer Grippe, sollte die Impfung verschieben.
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