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Drei Krebspatienten gestorben: Infektionswelle in der Uniklink Heidelberg

zuletzt aktualisiert: 23.01.2012 - 15:58

Heidelberg (RPO). Eine tödliche Infektionswelle sorgt an der Uniklinik Heidelberg für Unruhe. Bei drei Krebspatienten wurde nach ihrem Tod Anfang Januar das sogenannte RS-Virus gefunden.

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"Nicht der Erreger an sich, aber die Häufung der Fälle ist auffällig", sagte der Direktor der Infektiologie, Hans-Georg Kräusslich, bei einer Pressekonferenz am Montag. Seit Anfang des Jahres hätten sich insgesamt 19 Patienten auf drei Krebsstationen mit dem normalerweise harmlosen Erreger angesteckt.

Noch sei unklar, ob das Erkältungsvirus für den Tod der drei Patienten - einer 67 Jahre alten Frau sowie zwei 42 und 56 Jahre alten Männern - "ursächlich" ist. Das Virus habe jedenfalls zum tödlichen Ausgang beigetragen, sagte der Leiter der Inneren Medizin und Onkologie, Anthony Ho. Auf den betroffenen Stationen werden überwiegend Menschen mit verschiedenen Formen von Blutkrebs behandelt.

"Um Infektionsquelle und Infektionsweg zu ermitteln, müssen wir gemeinsam mit externen Experten in alle Richtungen denken", sagte Kräusslich. Das zuständige Gesundheitsamt sowie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin wurden informiert und Experten von dort angefordert. Außerdem sei eine Task-Force gebildet worden, um der Infektionsquelle auf die Spur zu kommen. Mit ersten Ergebnissen rechnet die Uniklinik in einigen Wochen.

Unklarheit über Ansteckungswege

Bislang ist unklar, wie es zu den Ansteckungen kommen konnte. Zwei der Infizierten seien inzwischen entlassen worden, zwei weitere Patienten erregerfrei. Die verbliebenen Patienten, die das Virus noch in sich tragen, bleiben bis auf weiteres isoliert. Rund 100 Mitarbeiter und rund 100 Patienten seien auf das Virus getestet worden, hieß es. Lediglich bei einem Mitarbeiter sei das RS-Virus nachgewiesen worden. Er sei derzeit nicht im Dienst.

Am Dienstag soll ein weiteres Screening stattfinden. Die Klinik ordnete zudem Hygienemaßnahmen an. Die Mitarbeiter müssen unter anderem Mundschutz und Schutzkleidung tragen. Seit dem 17. Januar habe sich niemand mehr neu infiziert, hieß es. Die Infektionswelle scheine gestoppt zu sein. "Wir haben alles dafür getan, die Infektionskette zu unterbrechen sowie weitere Patienten und Mitarbeiter zu schützen, das scheint gelungen zu sein."

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) führt zu meist harmlosen Erkältungskrankheiten. Kritische Verläufe sind selten; bei ohnehin geschwächten Patienten oder kleinen Kindern können RS-Viren aber lebensbedrohlich sein. Übertragen wird der weltweit verbreitete Erreger durch Berührung oder durch die Luft. RSV-Erkrankungen kommen vor allem im Winter gehäuft vor.

 

Quelle: dpa

 
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