Studie Jugendsexualität 2010: Jugendliche haben ihr erstes Mal später
zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 14:07Berlin (RPO). Jugendliche haben ihr "erstes Mal" später als noch vor einigen Jahren. "Das ist eine wichtige Botschaft, weil oft der Eindruck erweckt wird, dass Jugendliche immer früher und häufig Geschlechtsverkehr haben", sagte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, in Berlin.
Was in den Medien häufig skandalisierend dargestellt werde, bestätige sich in der Studie "Jugendsexualität 2010" nicht.
Für die Erhebung der Bundeszentrale wurden rund 3500 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt, darunter mehr als 1000 aus Zuwandererfamilien.
Bei den 14-jährigen Mädchen sank der Anteil derer mit Geschlechtsverkehr-Erfahrung im Vergleich zu 2005 deutlich von zwölf auf sieben Prozent, bei den Jungen sogar von zehn auf vier Prozent.
Bei den 17-jährigen Mädchen verringerte sich der Anteil von 73 auf 66 Prozent, bei den Jungen blieb er mit 65 Prozent nahezu konstant.
Ein Drittel der Jugendlichen hatte bis 17 Jahre noch keinen Sex. Jungen aus Zuwandererfamilien sind früher sexuell aktiv als deutsche Jungen, doch auch hier sind die Zahlen rückläufig. Mädchen mit Migrationshintergrund sind deutlich zurückhaltender.
Zugleich wird das Verhütungsverhalten immer besser. "Die Verhütung ist so gut wie noch nie", sagte Pott. Jungen hätten sich dem Verhalten der Mädchen inzwischen angenähert.
Auch die Aufklärung in Schule und Elternhaus habe an Bedeutung gewonnen.
Pott betonte, die verantwortungsbewusste Sexualaufklärung und vielfältige Beratungsangebote hätten dazu beigetragen, dass Deutschland eine der niedrigsten Teenagerschwangerschaftsraten in Europa habe.
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