Dr. Oliver Cornely: Keiner will Dr. House in seiner Abteilung haben
zuletzt aktualisiert: 22.03.2007 - 16:10Sehr unterhaltsam und zum Teil sehr witzig ist das Ganze schon, aber ziemlich unrealistisch, etwa die Magenspiegelung bei Hannah. Voraussetzungen für Lebertransplantationen sind viel komplexer. Ich beispielsweise würde in der Klinik den Lebertransplanteur Dr. S. und den Gastroenterologen des Abdominalzentrums Dr. W. anfunken und mich versichern, ob ich an alles gedacht habe. Dr. House braucht das alles natürlich nicht. Hingegen sah man eine ganz realistische Defibrillation. Und was die vermutlich hierzulande unrealistisch wirkende Diagnose Beulenpest betrifft, muss man sagen, dass es in den USA jedes Jahr ein Dutzend Pestfälle gibt, etwa in New Mexico. Was ein "PET" ist, wird nicht jeder Zuschauer wissen; aber eine Positronen-Emissions-Tomografie zum Ausschluss eines Morbus Wilson ist sowieso weit hergeholt.
Dr. House ist natürlich diabolisch, ein richtig fieser Typ, hat aber in der Serie wohl immer Recht. Widerlich. Den will keiner in seiner Abteilung haben. Ich schreibe gerade an einem Lehrbuchkapitel und überlege, ob ich Dr. House einbaue. Deswegen werde ich mir den auf jeden Fall noch einmal anschauen.
Priv.-Doz. Dr. Oliver Cornely ist Oberarzt für Infektiologie/Innere Medizin an der Universitätsklinik Köln.
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