Verbotene Stoffe: Krebs erregende Chemikalien in Kinderschuhen
zuletzt aktualisiert: 23.04.2007 - 13:43Köln (RPO). Bei einer Stichprobe hat sich herausgestellt, dass Kinderschuhe im deutschen Handel zum Teil mit verbotenen Chemikalien belastet sind. Diese können sich bilden, wenn beim Gerbprozess nachlässig gearbeitet wurde. Die betroffenen Handelsketten versicherten, dass die belasteten Schuh-Serien aus dem Sortiment genommen werden.
Eine Stichprobenuntersuchung des WDR-Wirtschaftsmagazins "Markt XL" ergab, dass bei drei Paar Kinderschuhen in einzelnen Schuhteilen, die direkt mit dem Fuß in Kontakt kommen, hohe Mengen an Chrom (VI) gefunden worden seien.
Bei zwei weiteren Schuhpaaren sei das gesamte Leder am Kinderfuß stark belastet gewesen. Die so genannten Chrom-VI-Verbindungen gelten als Krebs erregend und können schwere Allergien auslösen.
Die WDR-Tester hatten den Angaben zufolge insgesamt 20 Kinderschuhpaare in Filialen bundesweit vertretener Schuhketten gekauft und auf Rückstände der Chemikalie Chrom (VI) untersuchen lassen. In fünf Fällen sei das beauftragte Fachlabor fündig geworden.
Als Reaktion auf den Fund hätten mehrere große deutsche Handelsketten alle Schuhe der betroffenen Serien aus ihren Läden genommen, geschreddert und als Sondermüll entsorgt. Der Chef eines der betroffenen Handelsunternehmen habe eingeräumt, das Ergebnis der Stichprobe sei "für den Verbraucher völlig unakzeptabel". Es müsse sogar damit gerechnet werden, dass 20 Prozent aller in Deutschland verkauften Schuhe mit dem Schadstoff Chrom (VI) belastet seien.
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