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Durch Alkohol und fettes Essen: Männer mit Körbchengröße C

zuletzt aktualisiert: 07.08.2007 - 09:55

Bochum/Hamburg (RPO). Manche werden belächelt, andere offen angefeindet, immer jedoch leiden Männer darunter, wenn ihnen richtige "Brüste" wachsen. Schuld, so die Wissenschaftler, sind schlechte Essgewohnheiten. Aber auch Drogen und Anabolika können schuld sein, wenn die Oberweite anschwillt.

Überschüssiges Fett in Form von zu viel Grillwurst oder Schokolade lässt nicht nur den Bauchumfang, sondern auch die Oberweite anschwellen. Manchmal hat das Brustwachstum jedoch mit einer krankhaften Vergrößerung der Brustdrüse zu tun. "Diese so genannte Gynäkomastie kann Symptomatik für eine Reihe von Krankheiten sein", sagt Professor Harald Klein, Mediziner im Uni-Klinikum Bochum und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie.

Darunter fallen überwiegend hormonelle Störungen, die im schlimmsten Fall auf einen bösartigen Tumor zurückgehen. Aber auch einige Medikamente, Anabolika sowie Drogen wie Marihuana und Alkohol können das krankhafte Brustwachstum bedingen.

Bei der Gynäkomastie in Folge von Hormonstörungen liegt meist ein Überschuss an Östrogen vor. Manche Männer produzieren überdurchschnittlich viel von dem weiblichen Hormon oder leiden an einem Testosteron-Mangel. Bei Patienten mit einer Leberzirrhose entwickeln nach Angaben von Klein rund zwei Drittel eine Gynäkomastie, weil die kranke Leber unter anderem zu erhöhten Östrogenspiegeln führt.

Gynäkomastie: Männer entwickeln weibliche Brüste

"Dann verschiebt sich der Hormonhaushalt in Richtung des anderen Geschlechts", erklärt der Endokrinologe. Die Folgen machen sich früher oder später optisch bemerkbar: Die Brustdrüse vergrößert sich deutlich - der Mann entwickelt weibliche Brüste.

Die Patienten empfinden die veränderte Figur als sehr unangenehm: "Kaum ein Mann fühlt sich mit Körbchengröße C wohl", sagt Jens Jacobeit, Fachmediziner für Männerkrankheiten in Hamburg. Der Androloge behandelt häufig Patienten mit einer Gynäkomastie und beobachtet einen "großen Leidensdruck" der Betroffenen.

Wegen ihrer unmännlichen Brüste trauten sich viele nicht mehr ins Schwimmbad oder müssten besonders weite Kleidungsstücke tragen, die die Oberweite verbergen. Zudem sei das plötzliche Wachsen der Brüste häufig mit Schmerzen verbunden.

Eine Gynäkomastie durch hormonelle Störungen kann im Erwachsenen- und Seniorenalter, aber auch während der Pubertät auftreten. Bei Heranwachsenden geht sie meist von allein wieder zurück, so dass keine Therapie notwenig ist. Falls sich die Gynäkomastie nicht zurückbildet, können Medikamente helfen. Darüber hinaus lassen sich vergrößerte Brustdrüsen chirurgisch entfernen oder absaugen.

Alarmzeichen für Krebs?

Deutlich ernster ist es, wenn das Brustwachstum die Folge einer Krebserkrankung ist. "Ein Hodenkrebs kann ebenfalls zu einer Verschiebung des Hormonhaushalts und damit zur Bildung einer vergrößerten Brustdrüse führen", erklärt Endokrinologe Klein. Die Gynäkomastie sei deshalb immer "ein wichtiges Alarmzeichen" für einen möglichen bösartigen Tumor im Hoden.

Männer, die eine ungewöhnliche Veränderung ihrer Brust bemerken, sollten sich daher grundsätzlich von einem Endokrinologen untersuchen lassen.

In seltenen Fällen muss der Endokrinologe seinen Patienten zur Mammographie schicken. Vor allem Frauen ist die Röntgenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs bekannt. "Aber auch Männer können an einem Mammakarzinom erkranken", sagt Klein. Häufig ist dann nur eine der beiden Brüste von der Gynäkomastie betroffen.

Quelle: afp2

 
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