Über 200 Menschen gestorben: Marburg-Virus-Epidemie in Angola
zuletzt aktualisiert: 12.04.2005 - 14:13Luanda (rpo). Schon über 200 Menschen sind in Angola einer Marburg-Virus-Epidemie zum Opfer gefallen. Das höchst infektiöse Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen und führt mit über 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb weniger Tage zum Tod. Auch in Portugal wurden bereits erste Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Allein in der nördlichen Provinz Uige habe es 184 Todesfälle gegeben, teilten das angolanische Gesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisatin WHO am Montag in der Hauptstadt Luanda mit.
In Uige wütet derzeit die bisher größte Marburg-Virus-Epidemie der Welt, sie hatte ihren Anfang im Oktober genommen. Von insgesamt bislang 221 bekannten Erkrankungen seien 203 tödlich verlaufen, hieß es weiter. Dies entspreche einer Sterblichkeitsrate von 92 Prozent.
Das Marburg-Virus wird nach bisherigen Erkenntnissen durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten und -ausscheidungen eines Infizierten wie Blut, Exkremente, Schweiß und Tränen übertragen.
Ähnlich wie beim ebenfalls hoch ansteckenden Ebola-Virus sterben Infizierte binnen weniger Tage an Flüssigkeitsverlust und inneren Blutungen. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht.
Die Infektionskrankheit wurde 1967 entdeckt, als sich 31 Menschen in Marburg, Frankfurt am Main und Belgrad in Impfstofflabors an importierten grünen Meerkatzen aus Uganda ansteckten.
Die bisher schlimmste Epidemie der Marburg-Krankheit gab es von Ende 1998 bis 2000 in der Demokratischen Republik Kongo. Damals starben dort 123 Menschen.
In der ehemaligen Kolonialmacht Portugal werden bei der Einreise aus Angola seit Mitte März Informationsblätter verteilt, in mehreren Krankenhäusern wurden vorsorglich Quarantäne-Stationen eingerichtet. Drei Verdachtsfälle stellten sich jedoch nicht als Marburg-Fälle heraus.
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