Forschung: Mediziner entwickeln Speicheltest für Mundkrebs
zuletzt aktualisiert: 09.03.2006 - 16:28Düsseldorf (rpo). Mundkrebs lässt sich zuverlässig und in einem frühen Stadium durch einen Speicheltest entdecken. Bestimmte Moleküle in der Spucke weisen auf den Krebs hin. Das entdeckten jetzt Mediziner um David Wong von der Universität von Kalifornien in Los Angeles.
Die Forscher untersuchten Speichelproben von 100 Patienten und konnten vier Moleküle der Erbsubstanz RNA ausfindig machen, die eine genaue Diagnose ermöglichen. Der Speicheltest soll schon so weit entwickelt sein, dass er sich für die klinische Anwendung eigne, berichteten die Forscher auf einer Tagung amerikanischer Zahnmediziner in Orlando.
Schon in früheren Untersuchungen hatten die Mediziner herausgefunden, dass sich prinzipiell sieben verschiedene RNA-Moleküle für eine Diagnose von Mundkrebs eignen. In einer weiteren Studie konnten die Forscher zeigen, dass vier dieser RNA-Moleküle ausreichen, um Mundkrebs in einem frühen Stadium mit einer Genauigkeit von 82 Prozent zu erkennen. Durch die Speicheltests sind keine Gewebeentnahmen mehr nötig und die Erkrankung ist erkennbar, bevor erste Symptome auftreten.
Bislang wird Mundkrebs wegen unklarer Symptome und geringer Beschwerden beim Patienten oft erst spät entdeckt. Derzeit haben rund die Hälfte der Patienten eine Lebenserwartung von fünf Jahren nach der Diagnose. Im Frühstadium liegen die Heilungschancen hingegen bei 80 bis 90 Prozent.
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