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Schnelle Hilfe: Mit Kohlendioxid gegen Heuschnupfen

zuletzt aktualisiert: 01.11.2007 - 10:32

Omaha (RPO). Bisher stand Kohlendioxid (CO2) vor allem in einem negativem Zusammenhang. Es machte Schlagzeilen als umweltschädliches Klimagas. Bei Heuschnupfen dagegen könnte das Gas schnelle Hilfe bringen.

Durch den erhöhten CO2-Gehalt in der Luft produzieren Pflanzen mehr Pollen.  Foto: Jens Schierenbeck, gms
Durch den erhöhten CO2-Gehalt in der Luft produzieren Pflanzen mehr Pollen. Foto: Jens Schierenbeck, gms

Eine ungewöhnliche neue Behandlungsmethode könnte in Kürze Erleichterung für Millionen von Heuschnupfengeplagten bringen, und das praktisch ohne Nebenwirkungen: Allein die einmalige Gabe von Kohlendioxid in jedes Nasenloch linderte die Beschwerden der Betroffenen deutlich, konnten amerikanische Forscher jetzt zeigen. Kohlendioxid könnte damit als sicheres und schnell wirksames Medikament gegen die akuten Beschwerden bei einer Pollenallergie eingesetzt werden, schreiben die Forscher um Thomas Casale von der Creighton-Universität im Fachblatt "Journal of Allergy and Clinical Immunology" (doi: 10.1016/j.jaci.2007.08.056).

Derzeit gebe es keine Medikamente, die Heuschnupfen schnell lindern und auf Dauer sicher angewendet werden können, betont Studienleiter Casale. Auf der Suche nach einer wirksamen Alternative zu Medikamenten wie Cortison untersuchten Casale und seine Kollegen 89 Heuschnupfen-Patienten, die bereits mindestens zwei Jahre an einer behandlungsbedürftigen Pollenallergie litten. Zwei Dritteln von ihnen wurde einmalig Kohlendioxid in jedes Nasenloch geblasen, ein Drittel erhielt normale Raumluft als Placebo. Die Patienten sollten dabei das Gas nicht inhalieren, sondern während der Anwendung durch den Mund atmen. Anschließend befragten die Allergologen die Probanden nach ihren Symptomen.

Patienten, die mit CO2 behandelt wurden, berichteten bereits zehn Minuten nach der Gasspülung über eine deutlich freiere Nase und weniger Niesen als die Placebo-Gruppe. Diese Verbesserungen hielten über die nächsten 24 Stunden an. Außerdem berichtete die CO2-Gruppe über etwas weniger juckende und tränende Augen als die Vergleichsgruppe, wobei diese Unterschiede jedoch statistisch nicht signifikant waren. Insgesamt verbesserten sich die Heuschnupfensymptome bei zumindest der Hälfte aller Patienten, die mit Kohlendioxid behandelt worden waren, nach 30 Minuten um 50 Prozent. In der Placebo-Gruppe gab dagegen nur ein Viertel an, dass die Beschwerden nur noch halb so stark seien wie vorher.

"Die Ergebnisse zeigen, dass Kohlendioxid eine vielversprechende, zugleich sichere und effektive Behandlungsmethode bei Heuschnupfen sein könnte", sagt Casale. Außer einem leichten Brennen und Stechen beim Einblasen spürten die Patienten keine Nebenwirkungen. Die Behandlung könnte daher eine gute Alternative zu cortisonhaltigen Medikamenten darstellen, die manche Patienten ungern nehmen oder auf Dauer schlecht vertragen. Die nasale Gabe von Kohlendioxid hat sich auch schon bei Migräne als hilfreich erwiesen. Diese wird zum Teil durch ähnliche Mechanismen ausgelöst wie die Symptome von Heuschnupfen.

Wie genau diese Effekte zustande kommen, können die Forscher noch nicht sagen. Sie vermuten jedoch, dass das Gas den für Empfindungen an den Schleimhäuten zuständigen Trigeminus-Nerv beruhigt und die Produktion von Substanzen hemmen könnte, die die Blutgefäße in der Nase beeinflussen.

Quelle: afp

 
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