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Durchbruch in der Forschung: Moskitos aus dem Genlabor als Hoffnung gegen Malaria?

zuletzt aktualisiert: 20.03.2007 - 12:16

Düsseldorf (RPO). Wissenschaftlern ist in der Malaria-Forschung ein Durchbruch gelungen: Mit Hilfe genmanipulierter Moskitos könnte der Mensch den Kampf gegen die tödliche Krankheit endlich gewinnen. Die Mücken aus dem Labor können Malaria nicht übertragen.

Das West-Nil-Virus wird von Moskitos auf den Menschen übertragen.  Foto: RPO
Das West-Nil-Virus wird von Moskitos auf den Menschen übertragen. Foto: RPO

Es sind die Moskitos, die Malaria so gefährlich machen: Sie übertragen die Krankheit, sind für ihre Ausbreitung verantwortlich. Jährlich sterben weltweit 2,7 Millionen Menschen an Malaria, 300 bis 500 Millionen infizieren sich. Nur Aids ist für noch mehr Todesfälle verantwortlich. Besonders stark betroffen ist Afrika.

Schon vor Jahren gelang es Forschern, eine neue Moskitoart zu züchten, die Malaria nicht überträgt. Das Problem: Bisher nahmen die Forscher an, die Mücken aus dem Genlabor konnten sich gegen die natürlichen Moskitos nicht durchsetzen.

Eine neue Studie an der John-Hopkins-Universität in Maryland kommt einem Bericht der britischen "Times" zufolge nun zu einem anderen Ergebnis: Die Moskitos aus dem Labor, so das Wissenschaftler-Team um Mauro Marrelli, wären sehr wohl in der Lage, sich gegen ihre natürlich Artgenossen zu behaupten und diese sogar zu verdrängen.

Die These: Wenn sich gewöhnliche Moskitos mit dem Malaria-Erreger infizieren, sterben sie nicht. Aber sie werden weniger fruchtbar. Für die Gen-Moskitos gilt das nicht: Für sie hat eine Infektion keine Folgen. Das verschafft ihnen einen Vorteil gegenüber den natürlichen Moskitos - und könnte dazu führen, dass sich die Mücken aus dem Labor auf Dauer durchsetzen können.

Unter Laborbedingungen dauerte es neun Monate, bis die Gen-Moskitos 70 statt 50 Prozent der Population stellten. In der freien Wildbahn ginge das jedoch nicht so schnell: Im Labor wurden die Moskitos ausschließlich mit dem malariainfizierten Blut gefüttert, das den Gen-Mücken einen Vorteil verschafft. In der Natur wäre das anders: Nur einer kleiner Teil der Moskitos sticht überhaupt Menschen, die mit der Krankheit infiziert sind. Der Siegeszug der Gen-Moskitos würde daher wohl deutlich länger dauern.

Trotzdem gibt die Studie zumindest Hoffnung, dass der Kampf gegen die Malaria nicht mehr ganz so aussichtslos sein könnte wie bisher. Die Bekämpfung der Krankheit mit Hilfe der Gentechnik ruft allerdings auch Kritiker auf den Plan. Sie warnen davor, genveränderte Moskitos in die Natur zu entlassen. Die Folgen der Manipulation des Erbguts seien nicht abzusehen.

Das Thema Malaria könnte im Zuge des Klimawandels auch für Europa wieder drängender werden: Klimaforscher sagen vorraus, dass die Krankheit durch die globale Erwärmung auch in gemäßigte Breiten zurückkehren könnte.


 
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