Vogelgrippe: OIE schließt weltweite Epidemie aus
zuletzt aktualisiert: 06.02.2007 - 06:53Paris (RPO). Trotz der weltweiten Todesfälle scheint das Vogelgrippe-Virus noch nicht auf den Menschen überspringen zu können. Die Weltorganisation für Tiergesungheit (OIE) jedenfalls hat dies vorerst ausgeschlossen.
Das bei Vögeln vorkommende Virus H5N1 habe sich seit vergangenem Jahr nur geringfügig verändert, sagte OIE-Generaldirektor Bernard Vallat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Trotz der weltweiten Verbreitung des H5N1-Virus sei noch kein "Killer-Virus" entstanden, das sich von Mensch zu Mensch verbreite. Damit sei das Risiko einer weltweiten Epidemie im Moment "gleich null".
Vallat sagte zu den jüngst in Ungarn und Großbritannien aufgetretenen Vogelgrippe-Fällen, die Behörden hätten schnell reagiert und so wahrscheinlich eine Verbreitung verhindert. Dies zeige, dass die Länder in der EU "gelernt haben, sich zu schützen, und dazu immer effizientere Methoden nutzen", sagte der OIE-Chef.
"Das Schreckgespenst einer Großepidemie bei Hausvögeln auf einem gesamten Kontinent, wie sie in Asien auftrat, ist heute gebannt." Mit zwei infizierten Betrieben in 27 EU-Staaten sei "die Entwicklung der Krankheit deutlich weniger beunruhigend als im letzten Jahr". Entsprechend hielt Vallat auch geringere Schutzmaßnahmen für gerechtfertigt.
Woher die Vogelgrippe in Ungarn und Großbritannien kam, müsse noch geprüft werden, sagte Vallat. Im Falle Ungarns verwies er auf eine vorangegangene Kältewelle. Davon in Osteuropa überraschte Wildvögel könnten Richtung Süden gezogen sein und die ungarischen Gänse infiziert haben.
Auch bei dem infizierten Puten-Zuchtbetrieb in Großbritannien sei eine Infektion durch Wildvögel nicht vollkommen ausgeschlossen. "Man muss aber auch andere Wege einer möglichen Ansteckung in Betracht ziehen wie Futter oder Menschen, die verschmutzte Kleidung trugen", sagte Vallat.
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