Studie der Uni Heidelberg: Passivrauchen erhöht Blutdruck bei Kindern
zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 - 09:51Heidelberg (RPO). Passivrauchen erhöht schon bei Vorschulkindern den Blutdruck. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Studie, die Ärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg sowie des Gesundheitsamts Rhein-Neckar bei über 4.000 Fünf- bis Sechsjährigen in der Rhein-Neckar-Region durchgeführt haben.
Schon bei Vorschulkindern erhöht Passivrauchen den Blutdruck. Das ist das Ergebnis einer Studie, den Ärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Uni Heidelberg vorgstellt haben.
„Mit dieser Studie haben wir erstmals gezeigt, dass Passivrauchen bei Kindern den Blutdruck deutlich ansteigen lässt“, erklärte Professor Dr. Georg Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Heidelberger Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin.
Bislang war vor allem der schädliche Effekt auf die Lunge bekannt. Hoher Blutdruck bei Kindern kann bis ins Erwachsenenalter bestehen. Er ist dann einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Ein um 21 Prozent höheres Risiko
Für die Studie wurde die reguläre Einschulungsuntersuchung durch das Gesundheitsamt in den Kindergärten erweitert: Bei insgesamt 4236 Mädchen und Jungen wurde von Februar 2007 bis Oktober 2008 zusätzlich der Blutdruck gemessen.
Das Ergebnis der Studie: Kinder, die zu Hause dem Zigarettenrauch ihrer Eltern ausgesetzt waren, hatten ein um 21 Prozent erhöhtes Risiko für einen hohen Blutdruck. Von erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) spricht man bei Fünfjährigen bereits, wenn der Blutdruck im Mittel über einem Wert von 111/72 mmHg liegt.
Bei 28,5 Prozent der Kinder rauchten die Väter, bei 20,7 Prozent die Mütter und bei 11,9 Prozent beide Eltern. Vor allem das Rauchen der Mütter beeinflusste den Blutdruck negativ, vermutlich weil sie eher zu Hause rauchen als die Väter, die bevorzugt am Arbeitsplatz zur Zigarette greifen.
Bekannte Risikofaktoren für Bluthochdruck bei Kindern sind Übergewicht, niedriges Geburtsgewicht sowie Bluthochdruck bei den Eltern. Passivrauchen stellt, wie die Studie jetzt aufdeckte, ein wichtiges zusätzliches, unabhängiges Risiko dar.
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