Forschungsergebnisse: Pilze in der Atemluft
zuletzt aktualisiert: 12.07.2009 - 14:57Mainz (RPO). Die Menge und Artenvielfalt von Pilzen in der Luft sind wesentlich größer als bislang angenommen. Mainzer Forscher konnten mit Hilfe von DNA-Analysen Hunderte von Pilzarten in der Luft feststellen. In jedem Kubikmeter schweben zwischen 1.000 und 10.000 Sporen.
Damit gibt es in der Luft viele Pilze, die Allergien auslösen können, Pflanzen schädigen und Krankheiten erregen können, wie das Max-Planck-Institut für Chemie und die Universität Mainz mitteilten.
Insgesamt sind heute über 100.000 Arten von Pilzen bekannt, wie die Wissenschaftlerin Janine Fröhlich von der Universität Mainz erklärte. Hochrechnungen gehen demnach aber davon aus, dass es über 1,5 Millionen Arten gibt.
Die meisten Arten in der Luft gehören zu den Schlauch- oder Ständerpilzen. Vertreter von ihnen sind Champignons oder Trüffel, aber auch Schimmelpilze. Sie schleudern zur Vermehrung Sporen in die Luft. Gelangen die Pilze in die Lunge des Menschen, können sie Krankheiten oder Allergien auslösen.
Ein Jahr lang Staub gefiltert
Für die Studie untersuchten die Forscher den DNA-Gehalt der Luft in einer Langzeitstudie. Dazu filterten sie über ein Jahr lang Fein- und Grobstaub aus der Luft. Mit der Technik erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über Ökosysteme sowie Auswirkungen von Pilzen auf Menschen, Tier und Pflanzen.
Weil Pilzsporen Kristallisationskeime für Wassertropfen und Eiskristalle sind, könnte die Forscher sogar helfen, Abläufe im Klimasystem besser zu verstehen. Die Ergebnisse der Studie werden am (heutigen) Montag in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.
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