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Junges Aussehen: Sanfte Therapien gegen Falten

VON BRITTA JOHN - zuletzt aktualisiert: 10.11.2006 - 15:50

Düsseldorf (RP). Jugendliches Aussehen liegt derzeit im Trend und manch einem ist dafür kein Opfer zu groß. Doch für ein frischeres Aussehen muss man sich nicht gleich unters Messer legen: Sanfte Beauty-Behandlungen sind auch mit Hilfe von Spritzen oder durch Hi-Tech-Hitze-Verfahren möglich, die die Haut überlisten. Bei uns finden Sie eine detaillierte Übersicht über verschiedene Methoden und mögliche Risiken.

"Dass die Haut mit der Zeit schlaffer wird und Fältchen kommen, gehört zum Leben dazu", erzählt Susanne M. "Aber ich hatte den Eindruck, älter auszusehen, als ich mich fühlte." Die 44-Jährige entschied sich, etwas dagegen zu tun – und liegt damit im Trend: Laut Auskunft der GÄCD (Gesellschaft für ästhetische Chirurgie Deutschland e. V.) gab es im vergangenen Jahr rund 50.000 Faltenbehandlungen mit Dermafillern und Botox, vielfach auch mit Kombinationen verschiedener Präparate. Susanne M. entschied sich nach eingehender Beratung durch ihren Dermatologen für eine kombinierte Faltenunterspritzung mit Dermafillern und Botox.

Schön gepolstert: Mit einer feinen Nadel unter die Haut gespritzt glätten Dermafiller, wie z. B. Hyaluronsäure, Poly-Milchsäure oder Kollagen, Fältchen. Während die vernetzte Hyaluronsäure die Falte von innen heraus aufpolstert, fördert die unvernetzte Hyaluronsäure die Feuchtigkeitsbindung und regt die Produktion elastischer und kollagener Fasern an. Das strafft die Haut und glättet sie von innen heraus – sogar Akne- oder Windpockennarben können dadurch optisch verbessert werden. Auch schmale Lippen lassen sich mit Hyaluronsäure aufpolstern. Da der Körper die Substanzen mit der Zeit jedoch wieder abbaut, ist etwa alle drei Monate eine Auffrischung erforderlich. Aufwändiger ist die Unterspritzung mit Plasmagel oder Eigenfett: Diese werden aus Eigenblut oder durch Fettabsaugung gewonnen, damit steigen die Kosten der Behandlung auf oft mehrere tausend Euro.

Das Nervengift Botolinumtoxin, kurz Botox, wird in den mimischen Muskel gespritzt, der dadurch für drei bis sechs Monate buchstäblich lahm gelegt wird – die fehlende Muskelkontraktion macht Schluss mit Falten. Botox wird beispielsweise an der Stirn eingesetzt, um horizontale Falten oder die Zornesfalte zwischen den Brauen zu glätten, aber auch bei Krähenfüßchen am äußeren Augenwinkel und sogar am Dekolleté. Die Ergebnisse sind bereits nach wenigen Tagen sichtbar. Da auch Botox vom Körper wieder abgebaut wird, muss nach einigen Monaten erneut unterspritzt werden. Für Susanne M. war die Behandlung erfolgreich: "Durch die Botox-Spritze sehe ich jünger und erholter aus."

Schön eingefädelt und fein geschnitten

Nicht ohne Risiko ist die Faltenunterfütterung mit so genannten "Permanent Fillern". Hierbei werden "feste" Substanzen wie z. B. Acrylatpartikel oder Silikon gespritzt. Diese werden vom Körper nicht abgebaut und bieten einen dauerhaften Lifting-Effekt. Prof. Axel-Mario Feller, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in München und Präsident der Vereinigung der deutschen ästhetisch-plastischen Chirurgen (VDÄPC) warnt jedoch: "Diese Substanzen können verrutschen und zu einer Fremdkörpergranulombildung in der Haut führen. Das heißt, das Implantat wird unter der Haut verkapselt und ist nicht nur ertastbar, sondern auch wie eine kleine Beule sichtbar. Außerdem reagiert die Haut und kann rot werden." Dann hilft nur noch eine chirurgische Entfernung. Prof. Feller: "Oft stellen sich diese Probleme erst nach zehn bis 20 Jahren ein, dann ist es meist schwierig, den damaligen behandelnden Arzt noch zur Verantwortung zu ziehen."

Fältchen können auch "aufgefädelt" werden. Hierbei werden feine Spezialfäden mit einer Kanüle unter die Haut gelegt, das Fettgewebe wird quasi "aufgehängt" und so geliftet. Während kleinere Schwellungen nach wenigen Tagen wieder abklingen, können andere Probleme auftreten: Sind die Fäden nicht tief genug gezogen, schimmern sie durch die Haut. Oder die Fäden wandern und die Enden treten plötzlich hervor. "Die Fäden haben kleine Widerhaken und können nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden", erklärt Professor Feller. Je nachdem, wo die Fäden gesetzt wurden, besteht dann die Gefahr, Gesichtsnerven zu verletzen.

Die relativ neue Hi-Tech-Behandlung "Thermage", auch als "Thermalift" bekannt, überlistet praktisch die Haut und bringt sie dazu, sich von selbst zu straffen. So funktioniert's: Radiofrequenz-Energie dringt in die tieferen Hautschichten und das Fettgewebe ein, die Hautoberfläche wird durch ein spezielles Kühlsystem geschützt. Durch die entstehende Hitze ziehen sich die Kollagen-Fasern, die das Stützgerüst der Haut bilden, zusammen. Mit der Zeit bildet sich neues Kollagen, die Konturen festigen sich, Fältchen werden geglättet.

Professor Heinz G. Bull, Präsident der Gesellschaft für ästhetische Chirurgie Deutschland: "Die Behandlung ist oft sogar wirksamer als eine Laserbehandlung, da die Wärme in tieferen Hautschichten entsteht." Ein erster Effekt wird sofort sichtbar, ein Langzeiteffekt stellt sich nach circa zwei bis sechs Monaten ein. Dafür muss man allerdings schon tiefer in die Tasche greifen: je nach behandeltem Hautareal kostet die Behandlung etwa 1.500 bis 3.000 Euro.

Sind die Falten schon tief und stark ausgeprägt, wird mit Faltenunterspritzung meist kein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht. Bei einem Face-Lift kann man das gesamte Gesicht, die Augenpartie und den Hals straffen lassen. Dieser Eingriff erfordert jedoch immer eine Operation unter Vollnarkose sowie einen stationären Aufenthalt in der Klinik.


 
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