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Gegen das Vergessen: Sport und Gehirnjogging verlangsamen Alzheimer

zuletzt aktualisiert: 03.02.2006 - 02:25

Münster (rpo). Eine Mischung aus sportlicher Aktivität und intellektueller Betätigung kann das Auftreten und den Verlauf von Alzheimer mindern, wie Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster jetzt durch Experimente bestätigt sehen.
Sport und Gehirnjogging verringern die Gefahr auf Alzheimer im Alter.  Foto: ddp, ddp
Sport und Gehirnjogging verringern die Gefahr auf Alzheimer im Alter. Foto: ddp, ddp

Ihre Studie hätte gezeigt, dass bei regelmäßiger körperlicher und kognitiver Herausforderung die Zahl und Ausdehnung der bei Alzheimer charakteristischen Eiweißablagerungen im Gehirn (Plaques) deutlich geringer seien, teilt die Hochschule mit.

Dass physische und intellektuelle Aktivität das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung reduziert, wurde bereits in Studien beobachtet. Warum das so ist, war aber unbekannt. Um dies herauszufinden, beobachteten die Wissenschaftler Mäuse in einer "angereicherten" Umgebung. Dabei konnten sie nachweisen, dass eine Umwelt, in der es viel zu spielen und zu entdecken gibt, eine Art Vitaminstoß für die geistige Leistungskraft auslöst. So war das Gedächtnis der Tiere signifikant besser als das von Artgenossen, die in einer schlichten Umgebung gehalten wurden.

Anschließend analysierten die Forscher biologische Veränderungen der Tiere. Dabei stellten sie fest, dass zum einen die Zahl der für Alzheimer charakteristischen Plaques in den Gehirnen der Tiere, die in den angereicherten Käfigen gehalten wurden, um fast ein Drittel reduziert war. Auch seien die einzelnen Plaques im Schnitt nur halb so groß gewesen. Noch auffälliger sei der Unterschied bei entsprechenden Protein-Ablagerungen in den Gefäßwänden gewesen, schreiben die Forscher. Hier lag die Reduktion bei 60 Prozent.

Die Eiweißablagerungen sind deshalb so gefährlich, weil sie dafür sorgen, dass neben der Brüchigkeit der Gefäßwände und dem erhöhten Risiko für Hirnblutungen auch der Sauerstofftransport im Gehirn beeinträchtigt wird. Dies wiederum verstärkt die bei Alzheimer typischen Symptome wie Gedächtnisstörungen, Verhaltensveränderungen und schlechte Orientierung.

In weiteren Untersuchungen haben die Forscher zudem herausgefunden, dass bei kognitiver Herausforderung bestimmte Gengruppen anders funktionieren. Dadurch werde sehr wahrscheinlich einerseits das Zusammenklumpen einzelner Protein-Bruchstücke zu Plaques erschwert. Auf der anderen Seite würde dies den Abbau der Plaques ankurbeln, vermuten die Wissenschaftler. Nächstes Ziel der Wissenschaftler ist es, die dabei ablaufenden Vorgänge genau zu identifizieren, um sie gezielt durch Aktivität beeinflussen zu können. Dadurch könnte das Auftreten von Alzheimer weiter hinausgeschoben und der Verlauf verlangsamt werden.

 

Quelle: afp

 
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