Hausfrau und der Lastwagenfahrer lassen sich Botox spritzen: Statt zum Bäcker geht´s zum Chirurgen
zuletzt aktualisiert: 09.07.2004 - 10:40Hamburg (rpo). Frau geht zum Bäcker. Frau geht zum Friseur. Frau geht zum Chirurgen. Mann übrigens auch. Schönheitschirurgie wird bald auch in Deutschland alltäglich sein. Das sagen Experten voraus.
"Botox ist heute schon sehr beliebt bei uns", sagte der Präsident des Hamburger Gesprächskreises Ästhetische Chirurgie, Wolfgang Friedrich. Sein amerikanischer Kollege Toby Mayer prophezeite, dass plastische Operationen bald nichts Besonderes mehr sein werden. "In den USA ist es schon normal, dass auch die Hausfrau und der Lastwagenfahrer sich alle vier Monate Botox spritzen lassen", sagte der Arzt aus Beverly Hills.
Das Anti-Faltenmittel Botox und Collagen seien sehr weit verbreitet und bildeten die "Einstiegsdroge" zu späteren chirurgischen Eingriffen, betonte Meyer. Bei den Operationen gehe der Trend dahin, die Eingriffe auf ein Minimum zu beschränken. Für sanfte Eingriffe sprach sich auch Friedrich aus. "Wir wollen die Belastung so gering wie möglich halten", erklärte er. Um Botox effizienter einsetzen zu können, entwickelte er nach eigenen Angaben ein Gerät, dass die zu behandelnde Stelle genauer als bisher lokalisiert. So könne Botox, dass eigentlich ein Gift sei, in wesentlich geringeren Dosen gespritzt werden.
Der neueste Trend in Deutschland: Die Naturheilkunde wird zur Unterstützung der Schönheitschirurgie eingesetzt. "Die beiden medizinischen Fachrichtungen sind gar nicht so weit voneinander entfernt", sagte der Naturheilkundler Heinrich Pennerkamp. Bereits 1870 habe ein Homöopath eine Abhandlung über ästhetische Korrekturen geschrieben. Ziel der neuen Kombination von Schönheitschirurgie und Naturheilkunde sei eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten. "Damit nehmen wir den Leidensdruck, unterstützen die Wundheilung und gehen auch auf den seelischen Zustand des Patienten ein", erklärte Pennerkamp.
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