Junge Menschen nehmen Gefahr oft nicht ernst: Süssmuth fordert neue Aids-Aufklärungskampagne
zuletzt aktualisiert: 10.07.2004 - 12:53Hamburg (rpo). Rita Süssmuth fordert eine neuen Kampagne gegen die Immunschwäche Aids. Die Kuratoriumsvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung meint, dass sich vor allem junge Menschen der Gefahr nicht bewusst seien.
"Wir haben die Aufklärung vernachlässigt", sagte Süssmuth am Samstag in einem Gespräch mit tagesschau.de. Vor allem junge Menschen seien sich der Aids-Gefahr oft nicht bewusst. Bei ihnen scheine die Botschaft anzukommen, dass es kaum noch Patienten gebe, bei denen sie sich anstecken könnten.
Zudem sei der Umgang mit der Krankheit durch den medizinischen Fortschritt achtloser geworden. "Frei nach dem Motto: Wir haben Präparate, mit denen ich überleben kann", sagte Süssmuth. Dies sei aber trügerisch: Es gebe nach wie vor kein Medikament, das Aids heile. Der einzige Schutz sei, sich selbst zu schützen.
Eine neue Präventionskampagne solle auf die veränderte Sicht der Menschen eingehen. Zum Beispiel müsse aufgezeigt werden, was Kombinationspräparate leisteten und was nicht. In diesem Zusammenhang forderte Süssmuth, mehr Mittel zur Aids-Aufklärung bereitzustellen: "Auf dem Höhepunkt der Krankheit hatten wir 50 Millionen Mark für Aufklärung zur Verfügung, heute sind es weniger als 10 Millionen Euro."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




