Tipps gegen Heuschnupfen
Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat sich nach Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Rund sechs Millionen Deutsche leiden unter einer Allergie gegen Baumpollen. Doch Allergiker müssen sich nicht willenlos dem Leid ergeben. Wer einige Tipps befolgt, der kann ein weitgehen beschwerdefreies Leben führen, auch in der Pollenflugzeit.
Quelle: Deutsche Allergie- und Asthmabund, Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst
Pollenschutzgitter halten Blütenstaub draußen
Es empfiehlt sich, Fensterbänke, Möbel und andere glatte Flächen, auf denen sich Pollen sammeln können, öfter mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Für viele Staubsauger gibt es spezielle Pollenfilter, die für Linderung sorgen. Wer dem schon Vorbeugen möchte, der kann seine Fenster mit Pollenschutzgittern ausstatten. Dann bleiben die unlieben Allergieauslöser gleich draußen.
Nachts lüften
Die meisten Pollen werden in den Morgenstunden zwischen vier und sechs Uhr ausgeschüttet. Besonders in ländlichen Gebieten sollten darum die Fenster in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die beste Zeit zum Lüften ist hier abends zwischen 19 und 24 Uhr.
Vor dem Zubettgehen Haare waschen
Wer sich zur Ruhe betten will, der sollte seine Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und lagern, sondern in einem anderen Raum. Vor dem Schlafen gehen sollten Betroffene kurz unter die Dusche gehen und sich die Haare waschen. So werden Pollenreste gründlich entfernt und der Allergiker atmet sie nicht über Nacht immer wieder über das Kopfkissen ein.
Wäsche nicht draußen trocknen
Trocknen Sie Ihre Wäsche möglichst nicht im Freien und wechseln Sie häufiger als gewöhnlich die Bettwäsche.
Pollenfilter hilft im Auto
Sinnvoll ist es auch im Auto einen Pollenfilter einbauen zu lassen. Gibt der Geldbeutel das nicht her, sollte man zumindest während des Autofahrens die Fenster geschlossen halten und die Lüftung ausschalten.
"Glatte Böden" waren mal
In früheren Zeiten hieß eine der Hauptempfehlungen für Allergiker in ihren Wohnungen grundsätzlich keine Teppichböden und Vorhänge sowie Gardinen aufzuhängen. Statt dessen wurden glatte Böden empfohlen. Nach einer aktuellen Studie des Allergie- und Asthmabundes wird hingegen zu einem ausgewogenen Fußbodenbelag geraten. Kurzflorige Teppichböden schnitten je nach Säuberungsfrequenz sogar besser ab. Der Grund: Auf glatten Böden wirbeln die Allergieauslöser immer umher. Im Teppich sitzen sie bis zum nächsten Saugen relativ fest an einem Ort.
Medikamente, die helfen
Antihistamine sind in der Apotheke ohne Rezept erhältlich. Sie verhindern Schnupfensymptome, Niesen und Augenrötungen wie auch Bindehautentzündungen. Allerdings gibt es Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Haarausfall. Die Antihistamine müssen ab den ersten Pollenflüge täglich eingenommen werden. Am meisten gebräuchlich sind die Wirkstoffe Cetirizin und Loratadin.
Manchmal kann es zudem notwendig werden, für einige Zeit ein Coritisonpräparat einzunehmen. Das verschreibt der behandelnde Allerologe
Sprays für Nase und Bronchien
Besonders wichtig ist für Asthmatiker bereits im Vorfeld der Allergiezeit die Anwendung von bronchialerweiternden, bzw. entzündungshemmenden Sprays, damit es erst gar nicht zu Entzündungsreaktionen kommt. Cortisonsprays für die Nase sind effektiv und garantieren kaum Nebenwirkungen, da sie lokal wirken. Sie sind ebenso wie Bronchialsprays rezeptpflichtig.
Hyposensibilisierung als langfristige Therapie
Die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie oder Desensibilisierung genannt, dauert meist drei Jahre. Dabei bekommt der Patient zunächst in wöchentlichen, später in größeren Abständen das jeweilige Pollenallergen gespritzt. Der Körper setzt sich wie bei einer Impfung mit dem körperfremden Stoff auseinander. Die ersten Ergebnisse zeigen sich meist schon im ersten Jahr. Möglich ist diese Therapie auch in Tropfenform. Für Gräserpollenallergiker gibt es sogar Impftabletten.
Linderung durch Akkupunktur
Auch Akkupunktur oder die Einnahme homöopathischer Mittel können nach Auskunft des Deutschen Allergie- und Asthmabundes helfen, das Leid in Grenzen zu halten. Bei tränenden und geröteten Augen können Heilpflanzenauszüge aus Euphrasia (Augentrost) lindernd wirken.
Rauchen strapaziert Atemwege zusätzlich
Allergiker sollten aufs Nichtrauchen umsatteln und auch das Passivrauchen vermeiden. Rauch greift die Atemwege an und begünstigt allergische Reaktionen.
Allergiker sollten Bewegung draußen meiden
Körperliche Belastung und auch das Bewegen an der frischen Luft kann für einen Pollenallergiker alles andere als positive gesundheitliche Auswirkungen haben und sollte darum in den bekannten Pollenflugzeiten gemieden werden. Wer in der akuten Zeit auf den Sport an der frischen Luft nicht ganz verzichten möchte, der sollte am besten nach Regengüssen nach draußen gehen. Dann sind weniger Pollen unterwegs.