Chemotherapie hat meist Unfruchtbarkeit zur Folge: Trotz Chemotherapie gesundes Kind zur Welt gebracht
zuletzt aktualisiert: 26.09.2004 - 11:51London (rpo). Trotz einer Chemotherapie hat eine 32-jährige Frau ein gesundes Baby zur Welt gebracht. Dabei bedeutet diese Behandlung für Krebspatientinnen meist Unfruchtbarkeit. Ärzte hatten der Belgierin vor der Chemotherapie Eierstockgewebe entnommen, tiefgefroren und sieben Jahre nach der Therapie wieder eingesetzt.
Elf Monate später wurde sie auf natürlichem Wege schwanger. Dies berichten Jacques Donnez von der Katholischen Universität von Louvain in Brüssel und seine Kollegen im Fachmagazin "Lancet" (Ausgabe 364, Nr. 9440).
Die Belgierin war an Morbus Hodgkin, einer Lymphknotenkrebsart, erkrankt. Für junge Krebspatientinnen bedeutet die rettende Chemotherapie in den meisten Fällen Unfruchtbarkeit, da bei ihnen nach der Behandlung verfrüht die Menopause einsetzt. Der nun von den belgischen Medizinern beschriebene Fall ist die erste erfolgreiche Geburt durch Autotransplantation von tiefgekühlt aufbewahrtem Eierstockgewebe, das vor der Chemotherapie der Patientin entnommen und danach wieder eingepflanzt wurde.
Im Frühjahr dieses Jahres hatte eine ähnliche Behandlung bei einer 30 Jahre alten Patientin mit Brustkrebs, die sich einer Chemotherapie unterzogen hatte, nicht zum Erfolg geführt. Jedoch wurde in diesem Fall die Eizelle künstlich befruchtet und der Embryo im Vier-Zellen-Stadium eingepflanzt worden. Die neue Methode soll laut Donnez nun neben anderen Optionen wie künstliche Reifung von Eizellen jungen Krebspatientinnen die Möglichkeit eröffnen, auch nach der Krebstherapie noch Kinder zu bekommen.
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