Stammzellen: US-Forscher wollen Durchbruch erzielt haben
zuletzt aktualisiert: 11.01.2008 - 17:25Chicago/Bonn (RPO). Die Stammzellenforschung ist ein sehr umstrittenes wissenschaftliches Gebiet. US-Wissenschaftler haben nun nach eigener Darstellung einen Durchbruch erzielt.
Es sei ihnen gelungen, einem Embryo eine einzelne Stammzelle zu entnehmen, ohne den Embryo selbst zu zerstören, berichteten die Wissenschaftler der US-Biotechnologie-Firmen Advanced Cell Technology (ACT) und StemLifeLine in der Fachzeitschrift "Cell Stem Cell". Der Embryo entwickelte sich den Angaben zufolge normal weiter. Bislang wurden Embryonen bei der Gewinnung der Stammzellen zerstört.
Beobachter mahnen allerdings zur Vorsicht: Bereits im August 2006 hatte der beteiligte Biologe Robert Lanza im Fachmagazin "Nature" berichtet, es sei ihm gelungen, embryonale Stammzellen ohne den Tod des Embryos zu gewinnen. Später stellte sich jedoch heraus, dass bei den Experimenten eine Vielzahl von Embryonen zerstört worden waren und Lanza seine Ergebnisse zwar nicht gefälscht, aber missverständlich und überzogen dargestellt hatte.
Der Bundesverband Lebensrecht (BVL) warnte vor einer unkritischen Übernahme der neuen Erfolgsmeldungen. Da die Embryonen nach der Entnahme der Stammzellen eingefroren worden seien, könne noch gar nicht nachgewiesen werden, ob sie die Prozedur sicher überlebt hätten, betonte die BVL-Vorsitzende Claudia Kaminski am Freitag in Köln. Sie verwies zugleich darauf, dass die Stammzellen möglicherweise in einem Stadium entnommen worden seien, in denen sie sich noch zu ganzen Embryonen entwickeln hätten können. Solche Zellen seien im deutschen Embryonenschutzgesetz den Embryos gleichgestellt und besäßen damit den gleichen Schutzanspruch.
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