Laute Geräusche: Verkehrslärm und Musik können krank machen
zuletzt aktualisiert: 25.04.2007 - 20:48Berlin (RPO). Lärm kann krank machen - das ist an sich nichts Neuers. Zum internationalen "Tag des Lärms" sollte man sich aber diese Tatsache noch einmal bewusst machen. Allein 16 Millionen Menschen sind beispielsweise von Lärmbelästigungen durch Schienenverkehr betroffen.
Zum internationalen "Tag gegen den Lärm" haben zahlreiche Verbände vor den gesundheitlichen Gefahren durch starken Verkehr oder zu laute Musik gewarnt. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung fühle sich durch die Geräuschpegel von der Straße beeinträchtigt oder belästigt, erklärte die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) in Berlin. Etwa 16 Prozent der Deutschen seien Schallpegeln über 65 Dezibel ausgesetzt. Ab dieser Grenze steige das Herzinfarktrisiko um 20 Prozent.
Nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) sind außerdem rund 16 Millionen Menschen von Lärmbelästigungen durch Schienenverkehr betroffen. Hauptursache sei die veraltete Technik von 95 Prozent aller Güterzüge. Durch Umrüstung auf neue Technik könnte der Lärm laut VCD auf ein Viertel gesenkt werden. VCD-Bundesvorsitzender Michael Gehrmann forderte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und die Eisenbahnunternehmen zu Maßnahmen gegen den Schienenlärm auf. Der Bund müsse "lärmabhängige Trassenpreise" einführen. Die Unternehmen müssten zudem in deutlich leisere Fahrzeuge investieren.
Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe (BDT) sollen auch DJs künftig verantwortungsvoller mit der Lautstärke aus den Musikboxen umgehen. Aus diesem Grund hatte der Verband vor anderthalb Jahren einen so genannten "DJ-Führerschein" eingeführt, der Grundkenntnisse über die Auswirkungen lauter Musik vermittelt. Laut Verband haben bisher bundesweit mehr als 1700 DJs diesen "Führerschein" abgelegt.
Auch Baustellen machen Lärm, der krank machen kann. Darauf wies die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft hin. Über die Hälfte aller Fälle anerkannter Berufskrankheiten in der Bauwirtschaft waren demnach 2005 auf Hörschäden zurückzuführen. Im selben Jahr zahlte die Berufsgenossenschaft nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro an fast 7000 Lärmgeschädigte. Dabei seien Schutzmaßnahmen durch den Einsatz lärmarmer Maschinen, lärmgeminderter Sägeblätter und Druckluftgeräte möglich.
Zum zehnten "Tag gegen den Lärm" wird am Mittwoch mit zahlreichen Veranstaltungen auf die Ursachen und Folgen von Lärm aufmerksam gemacht. Bundesweit finden unter anderem Lärmmessungen, Vorträge, Aktionstage und Hörtests statt.
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