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Infektion mit Bakterien: Vermutung: Lösen Bakterien Alzheimer aus?

zuletzt aktualisiert: 11.03.2004 - 14:22

Philadelphia (rpo). Die Demenzerkrankung Alzheimer ist für Forscher bislang ein großes Rätsel. Nun vermuten amerikanische Forscher, dass die unheilbare Krankheit auf eine Infektion mit Bakterien zurückgehen könnte.

Das vermuten die Forscher, nachdem sie die Bakterien aus den Gehirnen von Alzheimerpatienten auf Mäuse übertrugen. Die Tiere entwickelten daraufhin Ablagerungen im Gehirn, die auch bei Menschen zur Demenz führen.

Die Wissenschaftler am College of Osteopathic Medicine in Philadelphia berichten über ihre Experimente in der Fachzeitschrift "Neurobiology of Aging" (Ausg. 25, Bd. 4, S. 419). C. Scott Little und seine Kollegen hatten bereits in früheren Studien in neun von zehn Gehirnen von Patienten, die an einer nicht vererblichen Form der Alzheimererkrankung gestorben waren, den weit verbreiteten Krankheitserreger Chlamydiae pneumoniae entdeckt. Nun isolierten sie die Chlamydien aus den Gehirnen von Alzheimerpatienten und infizierten drei Monate alte Mäuse mithilfe eines Nasensprays. Ein Farbstoff, der die Erbsubstanz zum Leuchten bringt, machte die Bakterien im Gehirn sichtbar.

Offenbar können sie dort vom Abwehrsystem des Körpers unbehelligt überdauern: Auch noch nach drei Monaten fanden die Forscher die Erreger. Darüber hinaus konnten sie dort Ablagerungen von Eiweißen nachweisen. Die Ansammlungen dieser so genannten Beta-Amyloide waren umso größer und häufiger, je mehr sich die Infektion im Gehirn ausbreitete.

Beta-Amyloide tragen zum Krankheitsgeschehen bei

Beta-Amyloide tragen zum Krankheitsgeschehen bei Alzheimer bei. Eine Infektion mit Chlamydien könne ein Mechanismus bei der Entstehung sein, vermuten die Forscher. Neben den Studien an den infizierten Mäusen wollen die Forscher auch Alzheimerpatienten mit Antibiotika behandeln, die typischerweise bei Chlamydien-Infektionen eingesetzt werden.

Jeder zweite 85-Jährige leidet an Alzheimer. Nur rund zwei bis fünf Prozent der Erkrankungen gehen auf eine genetische Ursache zurück. Chlamydien lösen einen beträchtlichen Anteil der Fälle von Lungenentzündung und Bronchitis aus, aber auch Geschlechtskrankheiten. Da sich die Bakterien nicht selbstständig vermehren können, dringen sie in die Zellen ein - beispielsweise der Schleimhaut der Lunge - und benutzen die Fabriken der Zelle für die Herstellung von Nährstoffen, die sie zum Leben brauchen. Da die Bakterien im Inneren der Zellen geschützt sind, können Antibiotika diese nur schwer erreichen.

<P>Mediziner schlagen Alarm: Viele Senioren sterben in Heimen oder Krankenhäusern, weil sie nicht ausreichend ernährt werden.  Foto: AP
<P>Mediziner schlagen Alarm: Viele Senioren sterben in Heimen oder Krankenhäusern, weil sie nicht ausreichend ernährt werden. Foto: AP

 
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