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Arzneitests: Versuchspatienten erholen sich nur langsam

zuletzt aktualisiert: 19.03.2006 - 15:25

London (rpo). Die nach einem Arzneimitteltest in London erkrankten jungen Männer erholen sich nur langsam. Zwei der Männer befanden sich am Sonntag weiterhin in kritischem Zustand, bei den anderen vier Patienten komme die Genesung "ermutigend" voran, teilte das Northwick-Park-Krankenhaus mit.

Zwar seien bei den beiden besonders schwer Erkrankten "Fortschritte im frühen Anfangsstadium" festzustellen, doch sei eine Prognose über ihre Heilungschancen noch immer nicht möglich. Die Genesung der vier anderen komme hingegen "ermutigend" voran. Bei drei Patienten habe die maschinelle Unterstützung der Organfunktionen eingestellt werden können. Doch auch in diesen Fällen stehe noch eine langwierige Behandlung bevor.

Die Risiken des in London getesteten Medikaments waren nach einem Zeitungsbericht bereits im Jahr 2002 vorhersehbar. Eine im Fachmagazin "Clinical Immunology" veröffentlichte Studie habe schon vor vier Jahren darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Arzneimittel auch das körpereigene Gewebe angreifen könne, berichtete die "Rheinische Post" in ihrer Samstagausgabe. Die Studie sei nach ihrer Erstveröffentlichung in der Fachwelt außergewöhnlich häufig zitiert worden.

"Ich frage mich, warum trotz dieses bekannten Risikos die Studie beantragt und durch die britische Ethikkommission und die Behörde genehmigt wurde", kritisierte der CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe gegenüber dem Blatt. "Ich frage mich, ob die Versuchspersonen über dieses Risiko aufgeklärt wurden und trotzdem eingewilligt haben."

Der Arzt Michael Stoeter, ein hauptamtlicher Mitarbeiter der Landes-Ethik-Kommission Berlin, hält es laut "Rheinischer Post" aus fachlicher Sicht für plausibel, dass die Testpersonen in London genau an den Nebenwirkungen leiden, vor denen die Wissenschaft gewarnt hatte.

 "Die Tatsache, dass es zum Versagen der Organe gekommen ist, spricht dafür, dass das Medikament das körpereigene Gewebe angegriffen hat", sagte Stoeter. Bewiesen sei dieser Zusammenhang allerdings noch nicht. Die sechs Patienten hatten gegen Bezahlung am Test eines Medikaments der Würzburger Firma TeGenero AG teilgenommen.

Quelle: afp

 
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