Volkskrankheit: Viele Ostdeutsche von Demenz betroffen
zuletzt aktualisiert: 22.02.2011 - 15:31Berlin (RPO). Demenzerkrankungen werden besonders in Ostdeutschland zunehmend zu einem gesellschaftlichen Problem. Schon jetzt leben dort in vielen Regionen überdurchschnittlich viele Erkrankte, wie Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung am Dienstag in Berlin erklärte. Die Betreuung der Patienten sei deswegen in diesen Regionen künftig besonders gefährdet.
Laut dem am Dienstag veröffenlichten Demenz-Report des Berlin-Instituts leben deutschlandweit die meisten Erkrankten an der Grenze zur Tschechischen Republik. Den höchsten Wert erreicht das sächsische Hoyerswerda, dicht gefolgt von Görlitz und Dessau. In erster Linie betroffen seien Kommunen mit einer hohen Abwanderung junger Menschen.
In den niedersächsischen Kreise Cloppenburg und Vechta liegt der Anteil der Demenz-Erkrankungen aufgrund hoher Geburtenzahlen dagegen deutlich unter dem Durchschnitt. Dies gilt auch für den Großraum München, wo das Angebot an Arbeitsplätzen junge Menschen und Familien anzieht.
Nach aktuellen Schätzungen leben derzeit rund 1,3 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland.
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