Jeder dritte Jugendliche ist zu dick: Volksbewegung für gesunde Enährung
zuletzt aktualisiert: 30.09.2004 - 14:41Berlin (rpo). Ernährungsmitbedingte Krankheiten kosten die Gesellschaft jedes Jahr 71 Milliarden Euro. Die Zukunft sieht noch düsterer aus, denn schon jetzt ist jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche übergewichtig. Mit der "Plattform gesunde Ernährung und Bewegung" will das Verbraucherministerium das verbessern.
Wer als Kind wie Renate Künast am liebsten Möhren und Kohlrabi aus dem eigenen Garten naschte, hat es leicht schlank zu bleiben. Es sind eher die Kinder aus sozial schwächeren Familien oder Migranten, die sich mit ihrem Gewicht schwer tun. Damit auch sie eine Chance haben gesund Erwachsen zu werden, will Verbraucherministerin Renate Künast eine "breite gesellschaftliche Bewegung zur Vorbeugung von Übergewicht" bei Kindern und Jugendlichen anstoßen.
Dazu hat das Verbraucherministerium die "Plattform Ernährung und Bewegung" ins Leben gerufen. Auf dem Gründungskongress des Vereins erklärte der Vereinsvorsitzende Erik Harms, etwa vier bis acht Prozent der Kinder hätten inzwischen eine schwere, krankhafte Form des Übergewichts. Harms, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin ist, forderte: "Der Ansatzpunkt für präventive Maßnahmen muss - das zeigen Schuleingangsuntersuchungen und andere wissenschaftliche Studien - sehr früh beginnen."
Coca Cola will mitmachen
Der Lebensmittelhersteller Kraft Foods will den Schulen und Vereinen dafür eine Unterrichtsmappe mit dem Titel "Fit und gesund durch Bewegung und richtige Ernährung" zur Verfügung stellen. Auch der Getränkekonzern Coca-Cola kündigte an, aktives Mitglied der Plattform zu werden. Die Plattform scheint tatsächlich Bewegung in die Diskussion zu bringen.
Zu den acht Gründungsmitglieder des Vereins gehören die Bundesregierung, die Lebensmittelwirtschaft, die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, der Deutsche Sportbund/Deutsche Sportjugend, der Bundeselternrat und die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen.
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