Männer aufgepasst!: Vorsorge - nicht nur Frauensache
VON GABRIELE BRÄHLER UND NATASCHA PLANKERMANN - zuletzt aktualisiert: 01.11.2006 - 14:00Düsseldorf (RP).Wenn es um die Vorsorge-Untersuchungen geht, reagieren Männer und Frauen unterschiedlich. Christiane Niehues, Chefärztin der Abteilung Gynäkologie an der Median Klinik in Bad Salzuflen, weiß aus ihrer täglichen Praxis, „dass junge Frauen sehr verantwortlich handeln. Schwerer sind Frauen mit geringerer Bildung oder aus anderen Kulturkreisen zu erreichen. Sie gehen deutlich seltener zur Vorsorge.“
Wolfgang Rulf, Urologe aus Erkrath, beobachtet: „Viele der Männer werden von ihren Frauen zur Vorsorge geschickt. Dabei sollten sie von sich aus besser auf ihren Körper achten.“ Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist Prostatakrebs. Früh erkannt, kann er laut dem Westdeutschen Prostatazentrum zu 90 Prozent geheilt werden.
Ab 50 ist der Mann gefragt
Ein guter Grund, ab dem 50. Geburtstag einmal im Jahr zum Urologen zu gehen und regelmäßig den so genannten PSA-Wert abnehmen zu lassen. Vergrößert sich die Prostata – ob durch einen gutartigen oder einen bösartigen Tumor –, so wird vermehrt ein Eiweißstoff, das so genannte PSA (prostataspezifisches Antigen), ins Blut abgegeben.
Dieser Vorgang kann bei einem Bluttest, dem so genannten PSA-Test vom Urologen festgestellt werden. Dieser kann Männer auch zeigen, wie es möglich ist, den Hoden selbst abzutasten und auf diese Weise krankhafte Veränderungen zu entdecken.
Das betrifft vor allem Frauen
Weil sich schon früh bösartige Geschwüre an der Gebärmutter bilden können, empfiehlt der Berufsverband der Frauenärzte, dies ab dem 18. Lebensjahr überprüfen zu lassen. Gebärmutterhalskrebs ist laut der Fachzeitschrift Medical Tribune die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen nach Brustkrebs: Weltweit gibt es jährlich 500.000 neu Betroffene.
Beim Brustkrebs kann übrigens das eigene Tastvermögen dabei helfen, verräterische Knoten in der Brust frühzeitig zu erfühlen. Zusätzlich sollte jede Frau ab 30 die halbjährliche Tastuntersuchung in ihrer gynäkologischen Praxis in Anspruch nehmen und ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig am Mammographie-Screening teilnehmen.
Spezielle Kuren
Studien belegen: Frauen achten deutlich mehr auf ihre Gesundheit. Spezielle Präventionsmaßnahmen der Krankenkassen tragen diesem Bewusstsein Rechnung. Sie bieten zum Beispiel Kuren an, in denen sich Mütter gemeinsam mit ihren Kindern vom Stress des Alltags erholen können. Wichtig: Der Verfahrensweg ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich.
Zu den Leistungen der gesetzlichen Kassen gehört beispielsweise auch eine dreiwöchige Kompaktkur, die am Staatsbad in Salzuflen oder in Bad Schmiedeberg angeboten wird. Sie kann von Frauen in den Wechseljahren beantragt werden oder von Betroffenen, die aufgrund von Dauerbelastung unter gesundheitlichen Störungen leiden.
Männer finden spezielle Check up-Kuren etwa in Bad Saarow. Ab 2007 gibt es dort auch Präventionsangebote, die sich nach bestimmten Indikationen richten. Dabei stehen etwa Beschwerden rund um Muskeln, Gelenke und Knochen, das Burnout-Syndrom oder Probleme der Atemwege und Bronchien im Mittelpunkt.
Spezielle, auf Frauen oder Männer zugeschnittene Präventionsangebote gibt es bei zahlreichen Einrichtungen. Nähere Informationen finden Sie zum Beispiel unter
www.frauengesundheit-online.de
Informationen zu Mutter und Kind-Kuren an der Nord- oder Ostsee sind u.a. unter www.mutter-kind-kur-am-meer.de oder www.friesenhoern.de abrufbar.
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