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Forscherteam: Warum Menschen so anfällig für Krebs sind

zuletzt aktualisiert: 20.05.2005 - 14:58

San Francisco (rpo). Die Anfälligkeit des Menschen für Krebs ist möglicherweise der Preis, den er für seine einzigartige Entwicklung seit der Trennung vom Schimpansen zahlen muss. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanisch-dänisches Forscherteam nach einem Vergleich des Erbguts von Mensch und Schimpanse.

Hautkrebs soll man mit einem neuen Schnelltest sofort erkennen können.  Foto: RPO
Hautkrebs soll man mit einem neuen Schnelltest sofort erkennen können. Foto: RPO

Demnach hat die menschliche Evolution nicht nur in Genen für Sinneswahrnehmung und Immunsystem ihre Spuren hinterlassen, sondern auch in Erbgutabschnitten, die das Überleben von Spermazellen verbessern. Genau diese Gene spielen jedoch auch bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle, berichten Rasmus Nielsen von der Universität Kopenhagen und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "PLoS Biology" (Bd. 3, Nr. 6, S. e170).

Um die von der menschlichen Entwicklung geprägten DNA-Abschnitte zu identifizieren, suchten die Forscher nach Bereichen, in denen es ungewöhnlich viele so genannte funktionelle Veränderungen gibt. Im Gegensatz zu nicht-funktionellen Mutationen, die nur die DNA-Sequenz selbst betreffen, beeinflussen funktionelle Veränderungen auch den Bauplan von Proteinen - und damit die Fähigkeiten und Eigenschaften des Organismus. Erbgutbereiche, in denen sich solche Veränderungen konzentrieren, spiegeln daher am besten den Einfluss der Evolution wider.

13.700 Gene untersucht

Beim Vergleich von mehr als 13.700 menschlichen Genen mit ihren Gegenstücken beim Schimpansen identifizierten die Wissenschaftler eine ganze Reihe von Bereichen, die deutliche Spuren der menschlichen Entwicklung trugen. Unter den 50 DNA-Abschnitten, in denen diese Prägung am deutlichsten war, befanden sich mehrere Gene, die an der Spermienbildung und ihrer Reifung beteiligt sind. Überraschenderweise fanden die Forscher auf der Liste aber auch eine große Gruppe von Genen, die mit der Krebsentstehung in Verbindung gebracht werden, darunter so genannte Tumorsuppressor-Gene, Gene für die Kontrolle des Zellzyklus und Gene, die den Zellselbstmord - die Apoptose - regulieren.

Dass sich diese für den Körper nachteiligen Gene im Lauf der Evolution erhalten haben, ist nach Ansicht der Forscher der Preis für eine verbesserte Überlebensfähigkeit der Spermien: Bereits während ihrer Entwicklung sortiert der Körper viele unreife Spermazellen mithilfe der so genannten Apoptose, dem Zellselbstmord, aus. Weniger aktive Apoptosegene sind daher zwar von Vorteil für das Überleben der Samenzellen, fördern aber gleichzeitig auch die Krebsentstehung - schließlich ist die Apoptose die wichtigste Abwehrmaßnahme des Körpers gegen das unkontrollierte Wachstum der Krebszellen.

Quelle: afp

 
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