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Hilfe, ich vergesse alles!: Was man gegen Alzheimer tun kann

VON GABRIELE BRÄHLER - zuletzt aktualisiert: 07.11.2006 - 15:29

Düsseldorf (RP). Eine ständige Unruhe, große Gedächtnislücken, Schlaflosigkeit und Verfolgungswahn sind wichtige Anzeichen, die auf die Krankheit Alzheimer hinweisen.

Herbert L. aus Düsseldorf kennt sich inzwischen bestens aus –  er hat bei seiner Mutter alle Höhen und Tiefen erlebt: "Anfangs versagt das Kurzzeitgedächtnis, immer häufiger hat sie Namen vergessen und Gegenstände verlegt, später hat sie sich in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr zurecht gefunden."

Die gesamte Persönlichkeit von Alzheimer-Patienten verändert sich – oft leiden sie zudem unter schweren Angstzuständen. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft rechnet mit 200.000 Neuerkrankten jährlich. Die Alzheimer-Krankheit ist unheilbar. Intensive Forschung hat die Behandlungsmöglichkeiten allerdings in den letzten Jahren verbessert.

Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser ist die Chance, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Bewiesen ist, dass die Krankheit bereits Jahrzehnte früher beginnt, bevor sich erste Symptome zeigen: Im Gehirn lagern sich Eiweißbruchstücke ab, die offenbar die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verhindern.

Ursache des Leidens ungeklärt

Im Laufe der Zeit sterben die Nervenzellen ab, die für die Entwicklung von Gedächtnis, Sprache und logisches Denken zuständig sind. Dennoch: Die eigentliche Ursache des Leidens ist bis heute ungeklärt. "Laut wissenschaftlicher Studien begünstigen psychosoziale Faktoren wie Dauerstress, Partnerschaftskonflikte sowie das Gefühl von Ohnmacht und allgemeiner Unzufriedenheit die Entwicklung der Krankheit", weiß Prof. Rolf Hirsch, Gerontopsychiater an den Rheinischen Kliniken Bonn.

Neuropsychologische Test helfen, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu ermitteln und Hinweise auf die Krankheit zu ermitteln. Bei den Tests soll der Patient beispielsweise Rechenaufgaben lösen, zeichnen, sich Wörter merken oder einfachen Anweisungen folgen. Wird dieser Test nach einiger Zeit wiederholt, können Verbesserungen oder Verschlechterungen registriert werden.

In der Therapie helfen spezielle Medikamente, die Kommunikation zwischen den Nervenzellen zu verbessern. Insgesamt kann der gesamte Krankheitsverlauf nur verlangsamt, aber nicht gestoppt werden. Denn bislang liegen keine Arzneien vor, die das Absterben der Nervenzellen verhindern.

Öfter mal tanzen

Was können Betroffene tun, um der Krankheit vorzubeugen? "Mobilität ist sehr wichtig. Wer regelmäßig spazieren geht, musiziert oder tanzt, fördert nachweislich seine Gehirnaktivität", erklärt Prof. Hirsch. Die Ernährung, so informiert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, spielt außerdem eine vorbeugende Rolle.

Empfehlenswert sind Obst, Gemüse, Fisch und andere Nahrungsmittel, die die Vitamine B, C und E sowie Omega-3-Fettsäuren enthalten. Auch geistige Aktivitäten halten das Gehirn in Schwung. Gedächtnistraining, Lesen, Schreiben und soziale Kontakte sorgen dafür, dass die Gehirnzellen aktiv bleiben.

Wertvolle Informationen finden Interessierte im Internet unter deutsche-alzheimer.de.

So beugen Sie vor:

  • Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten jede Tag mindestens eine Stunde. Gehen Sie schwimmen oder spazieren oder fahren Sie Rad.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
  • Bleiben Sie geistig rege, indem Sie lesen oder schreiben; Kreuzworträtsel lösen und am Weltgeschehen teilnehmen.
  • Pflegen Sie auch im Alter Ihre Hobbys und sozialen Kontakte.


 
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