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Hirnuntersuchung gibt Aufschluss: Wie man Depressionen messen kann

zuletzt aktualisiert: 06.07.2004 - 06:29

Chicago (rpo). Depressionen könnten in Zukunft mithilfe einer Art Kernspintomograph diagnostiziert werden: Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Menge des Botenstoffs GABA im Gehirn von Patienten mit depressiven Störungen niedriger ist als bei gesunden Menschen.

Dieser Unterschied kann durch das Anlegen eines Magnetfeldes und eine bestimmte Messtechnik sichtbar gemacht werden. Das berichten Gerard Sanacora und seine Kollegen von der Yale-Universität in der Fachzeitschrift "Archives of General Psychiatry" (Bd. 61, S. 705).

Bei Depressionen ist das Gleichgewicht zwischen verschiedenen Botenstoffen im Gehirn gestört. So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass die Menge der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin bei Menschen mit depressiven Störungen vermindert ist. Auch der Botenstoff GABA (Gamma-Aminobuttersäure), der bei vielen Vorgängen im Gehirn eine hemmende Wirkung hat, steht schon länger im Verdacht, an der Entstehung von Depressionen beteiligt zu sein.

Diese Vermutung konnten Sanacora und seine Kollegen nun bestätigen. Sie verglichen die GABA-Mengen in den Gehirnen von 38 gesunden Probanden mit denen von 30 Probanden, die an depressiven Störungen litten, und fanden eine deutlich verminderte GABA-Konzentration bei den depressiven Teilnehmern. Besonders ausgeprägt war diese Verminderung bei Patienten, die zusätzlich zu ihren depressiven auch psychotische Symptome wie Realitätsverlust und Wahrnehmungsstörungen zeigten.

Dieses Ergebnis ist besonders deswegen interessant, weil die Bestimmung der GABA-Konzentration ohne einen Eingriff direkt im Gehirn erfolgen kann. In einem Magnetfeld ergibt GABA nämlich ein typisches Signal, dessen Intensität Rückschlüsse auf die Menge des Botenstoffs im Gehirn erlaubt.

Bei Fehlzeiten auf Grund depressiver Störungen sind laut TK jährliche Steigerungsraten von fünf Prozent zu beobachten.  Foto: RPO
Bei Fehlzeiten auf Grund depressiver Störungen sind laut TK jährliche Steigerungsraten von fünf Prozent zu beobachten. Foto: RPO

 
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