Störende Angewohnheit: Wie ungesund ist nerviges "Fingerknacken"?
zuletzt aktualisiert: 23.05.2005 - 07:02Aachen (rpo). Es gibt bekanntlich Zeitgenossen, die ihre Mitmenschen durch regelmäßiges Knacken der Fingergelenke in den Wahnsinn treiben. Geräusch-Opfer warnen die Übeltäter immer wieder vor drohender Gicht und Gelenkstarre. Doch ist das regelmäßige Überdehnen der Finger wirklich ungesund?
"Wenn man es nicht dauerhaft macht, ist das Knacken in keinem Fall schädlich", sagt Professor Fritz-Uwe Niethard, Leiter der Orthopädischen Universitätsklinik Aachen. Die Geräusche entstehen vielmehr durch eine Extrembewegung. "Wenn das Gelenk überstreckt wird, schnalzen die Gelenkkapseln in den Gelenkraum hinein und es knackt", verdeutlicht der Orthopäde.
Auch weit verbreitete Gerüchte, dass das Knacken Gicht oder eine Gelenksteife auslösen könnten, sind laut Niethard falsch. "Gicht ist eine Stoffwechselstörung, die durch einen erhöhten Harnsäurespiegel entsteht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", sagt der Mediziner.
Wer allerdings sehr oft seine Gelenke geräuschvoll zum Schlackern bringe, riskiere auf Dauer ein Ausleiern der Gelenkkapsel, warnt der Fachmann.
Wahre Geräuschkünstler sind übrigens Menschen mit einem schwachen Bindegewebe. Bei ihnen ist die Fähigkeit, mit den Gelenken knacken zu können ausgeprägter.
Das Knacken der Gelenke ist nicht auf die Finger beschränkt. "Theoretisch ist es auch an anderen Körperstellen möglich. Beispielsweise knackt es auch, wenn ein Chiropraktiker die Wirbelsäule einrenkt. Das ist der gleiche Effekt", sagt Niethard.
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