Hygiene: Zeitunglesen auf dem Klo erhöht Hämorrhoiden-Gefahr
zuletzt aktualisiert: 31.05.2007 - 13:45Baierbrunn (RPO). Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Problematisch wird es erst dann, wenn sich der Gefäßring entzündet und damit vergrößert. Mediziner warnen jetzt vor einem häufig unterschätzten Risiko. Dem Zeitungslesen auf der Toilette, oder besser: das unnötig lange Verweilen auf dem stillen Örtchen in sitzender Haltung.
Es sei ganz falsch, sich mit einer Zeitung auf das Klo zu verziehen und nach dem Stuhlgang noch sitzen zu bleiben, zu drücken und zu pressen, warnt Prof. Alexander Herold vom Enddarm-Zentrum in Mannheim in einem Artikel der in Baierbrunn erscheinenden "Apotheken Umschau" (Ausgabe 6/2007).
"Das quetscht die Hämorrhoiden so richtig nach unten." Starkes Pressen bei chronischer Verstopfung strapaziere das Hämorrhoidengeflecht.
"Die Leute sollten auf die Toilette gehen, wenn sie wirklich müssen, und dort nicht länger als höchstens fünf Minuten bleiben", erklärt Herold. Aber auch chronischer Durchfall überlaste den ringförmigen Gefäßschwamm. Weil der Dehnungsreiz, den fester Stuhl auf den Schließmuskel ausübt, bei Durchfall fehlt, öffnet sich der Muskel nicht ausreichend. Das so genannte Hämorrhoidalpolster werde erhöhter Reizung ausgesetzt.
Hämorrhoiden hat jeder Mensch. Das gefäßreiche Polster sitzt oberhalb des Schließmuskels und gewährleistet den Feinabschluss des Afters. Erst wenn sie sich verändern und knotige Ausbuchtungen entstehen, wird von Hämorrhoiden als einer Krankheit gesprochen. Bei Beschwerden wie Juckreiz, Blut- oder Stuhlproben in der Wäsche sollte deshalb ein Proktologe, ein Facharzt für Enddarm-Erkrankungen um Rat gefragt werden, heißt es in dem Artikel weiter.
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