Brust-Frust: Männerbusen – das ungewollte Dekolletee
zuletzt aktualisiert: 25.11.2011 - 08:19Düsseldorf (RPO). Das, wofür Frauen gemeinhin vom anderen Geschlecht gerne aufs Dekolltee geschaut wird, ist für Männer eine Katastrophe. Der Mediziner nennt das Phänomen Gynäkomastie. Die Ursachen, die dazu führen können, sind vielfältig.
Wenn aus einer straffen, männlichen Brust plötzlich ein weiblicher Busen wird, dann wird das oft zur Belastungsprobe für den Mann. Hormonveränderungen in der Pubertät und im Alter, starkes Übergewicht oder Nieren- und Leberkrankheiten können nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen zur so genannten "Gynäkomastie" führen.
Auch übermäßiger Alkohol- oder Drogenmissbrauch - wie der von Cannabis - stehen im Verdacht, die Veränderung des Drüsenkörpers hervorzurufen. Die Betroffenen sind oft Hänseleien ausgesetzt und fühlen sich in ihrer Identität als Mann stark beeinflusst.
In der Regel tritt das Symptom an beiden Brüsten gleichzeitig auf, seltener nur auf einer Seite. In der Pubertät sind viele Jungen von der Gynäkomastie betroffen, die bei nahezu 50 Prozent der Jugendlichen zu finden ist, erklärt die Deutsche Gesellschaft der Plastischen Chirurgen.
Selbst bei Neugeborenen könne sie durch die Übertragung der mütterlichen Hormone auftreten. In beiden Fällen bilden sich die Brüste meist von selbst wieder zurück. Im Alter neigen viele Männer wegen des höheren Östrogengehalts zur Gynäkomastie. Selten ist ein Brustkrebs-Tumor für die Gynäkomastie verantwortlich, häufig aber die Hormonbehandlung nach Prostata-Krebs.
Bei einer Operation verkleinert der Plastische Chirurg die Brust operativ, indem er das überschüssige Brustdrüsengewebe entfernt und bei Bedarf eine zusätzliche Fettabsaugung in dem Gebiet vornimmt. Bevor man sich solch einem Eingriff unterzieht, sollten jedoch die Gründe für die Krankheit genau geklärt und alternative Lösungen wie Gewichtsreduktion oder Einschränkung des Alkoholkonsums diskutiert werden. Oftmals handelt es sich auch um eine "Pseudogynäkomastie", eine reine Fettansammlung ohne Vergrößerung der Brustdrüse, die durch eine Fettabsaugung beseitigt werden kann.
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