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Verstöße gegen Lebensmittelrecht?: Staatsanwaltschaft ermittelt im Fall Bubble Tea

VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER UND GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 23.08.2012 - 06:39

Mönchengladbach (RP). Der Fund giftiger Substanzen im Modegetränk Bubble Tea hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Sie prüft Verstöße gegen das Lebensmittelrecht. Importeure stoppen den Vertrieb der dem Tee beigemischten Kugeln.

Im Fall der mit Giftstoffen belasteten Bubble-Tea-Kugeln hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach Ermittlungen aufgenommen. "Wir prüfen, ob ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelschutzgesetz vorliegt", sagte Oberstaatsanwalt Lothar Gathen.

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, die bei einer Analyse mehrere Giftstoffe in den Kugeln entdeckt hatte, leitete ihre Untersuchungsergebnisse bereits an die Polizei weiter. NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) ordnete "stichprobenartige Untersuchungen" bei Bubble-Tea-Produkte auf Rückstände an. "Wir nehmen die Hinweise auf Belastungen ernst", sagte sein Sprecher.

Als einer der ersten Lebensmittelimporteure in Deutschland hat die niedersächsische Firma Kreyenhop & Kluge den weiteren Vertrieb der Kugeln vorerst gestoppt. "Wir gehen zwar nicht davon aus, dass unsere Waren betroffen sind. Aber solange auch nur ein geringes Risiko besteht, vertreiben wir die Kugeln nicht weiter", sagte Jörn Kreyenhop, der unter anderem die Großhandelskette Metro beliefert.

Wissenschaftler hatten in neun Sorten der Kugeln, die dem Modegetränk beigemischt werden, gesundheitsschädliche und deshalb verbotene Substanzen entdeckt – unter anderem Styrol, Acetophenon und bromierte Substanzen. Die Giftstoffe stünden im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen und Allergien auszulösen, erklärte Manfred Möller vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität. Die belasteten Proben stammen aus der Filiale einer bundesweit tätigen Bubble-Tea-Ladenkette in Mönchengladbach. Der Geschäftsführer war gestern nicht zu erreichen.

Die möglichen Gefahren, die von dem Getränk ausgehen, beschäftigen jetzt auch den Düsseldorfer Landtag. Die CDU-Landtagsfraktion hat Minister Remmel aufgefordert, das Parlament in der nächsten Sitzung des Verbraucherausschusses über giftige Inhaltsstoffe im Trendgetränk zu informieren. Henning Höne, Umweltexperte der FDP-Landtagsfraktion, warf dem NRW-Umweltministerium vor, mögliche Risiken ausgeblendet zu haben. "Das Bundesinstitut für Risikoforschung hat schon vor Wochen vor den Gefahren gewarnt, die entstehen können, wenn die Kügelchen in die Atemwege von Kindern vordringen. Das hätte der Anlass dafür sein müssen, die Substanz genauer unter die Lupe zu nehmen." Hans Christian Markert, verbraucherpolitischer Sprecher der Grünen, erklärte, beim Umgang mit dem Bubble Tea gelte das Vorsorge-Prinzip. "Wir müssen Gesundheits-Risiken gerade auch für Kinder minimieren", so Markert.

Quelle: RP/nbe/csi
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