Eine ungesunde Kombination: Koffein und Stress fördern Halluzinationen
VON TANJA WALTER - zuletzt aktualisiert: 23.08.2011 - 08:34Düsseldorf (RPO). Starker Stress und ein viel Kaffee, das kann nicht gesund sein. Ist es auch nicht, wie Forscher der australischen La Trobe Univerität in Melborne entdeckten. Menschen, die zu Sinnestäuschungen neigen, hörten im Experiment zumindest Dinge, die nicht da sind.
Fünf Tassen Kaffee oder mehr am Tag in Kombination mit Stress reichten aus, um die Neigung der Halluzinationen bei den 92 Versuchspersonen zu erhöhen. Die Ergebnisse wurden in der Studie "The effect of caffeine and stress on auditory hallucinations in a non-clinical sample" zusammengefasst. Dieses Ergebnis macht nach Aussage der Forscher deutlich, dass man beim Genuss dieser scheinbar harmlosen Droge Vorsicht walten lassen sollte.
Nachdem die Probanden angegeben hatten, ob sie im Alltag großem oder geringem Stress ausgesetzt sind und ob sie viel oder wenig Kaffee trinken, wurden sie bestimmten Gruppen zugeordnet. Daraufhin spielte man ihnen Tonbandaufnahmen mit weißem Rauschen vor und bat sie, sich zu melden, wenn sie das Lied "White Christmas" von Bing Crosby hörten.
Tatsächlich wurde das Lied jedoch kein einziges Mal gespielt. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer, die im Alltag unter großem Stress standen und einen hohen Koffeinspiegel aufwiesen, weitaus häufiger der Meinung waren, das Lied gehört zu haben.
Daraus schlossen die Forscher, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen einem hohen Stresslevel, Koffein und der Neigung psychoseartige Symptome zu entwickeln. Die Studie könnte außerdem erklären, inwiefern Stress für bei gesunden Probanden dafür verantwortlich sein könnte, Symptome einer Schizophrenie zu entwicklen, glaubt der Wissenschaftler.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen bereits vor einigen Jahren britische Forscher. Auch Psychologen der Durham University berichteten, dass ein hoher Koffeinkonsum offenbar die Gefahr erhöhe, Sinnestäuschungen zu unterliegen. In der Fachzeitschrift "Personality and Individual Differences" beschrieben sie die Auswirkungen von sieben Tassen Kaffee. Die 200 Studenten, die sie untersuchten wiesen ein dreimal höheres Risiko auf, Halluzinationen zu bekommen als die Personen, die nur eine Tasse Kaffee am Tag tranken.
Die Personen, die die britischen Wissenschaftler untersuchten berichteten davon, Stimmen zu hören, Dinge zu sehen, die gar nicht da waren oder auch die Anwesenheit bereits Verstorbener zu spüren.
Alle Forscher, die sich bislang mit dem Phänomen auseinandersetzen, vermuten, dass das Stresshormon Cortisol - erhöht durch Koffein - mit den Sinnestäuschunegn Halluzinationen zusammenhängt. „Hinsichtlich dieser Ergebnisse wird deutlich, dass wir besser über Koffeinkonsum und dem damit verbundenen Gesundheitsrisiko informiert werden müssen“, meint Professor Simon Crowe, der die Studie leitete.
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