Ein unsicherer Stand im Berufsleben kann zu erheblichem Stress führen. Dieses Problem betrifft auch Menschen, denen in befristeten Arbeitsverhältnissen oder Zeitarbeit die Zukunftsperspektive fehlt. Im Folgenden beschreiben wir mögliche Auswirkungen von Stress.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen 1
"In mehr als 100 Studien weltweit ist belegt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine Folge von erhöhtem beruflichem Stress", sagt Medizinsoziologe Richard Peter von der Uni Ulm. Bei Stress schüttet der Körper Hormone aus, die das Herz schneller schlagen lassen. Was kurzfristig zu einer besseren Durchblutung und Leistungsfähigkeit führt, belastet auf Dauer den Körper und kann schwere Folgen haben - von Bluthochdruck bis zum Herzinfarkt.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen 2
Männer, die besser ausgebildet sind als der Durchschnitt in einer vergleichbaren beruflichen Position, erkranken mehr als dreimal häufiger an Herz-Kreislauf-Beschwerden. Ähnliches gilt für Frauen. Außerdem sind Frauen gefährdet, die bemessen an ihrer Ausbildung wenig verdienen. Das haben die Ulmer Forscher im Vergleich der Daten von 68.805 Mitgliedern einer gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2006 festgestellt.
Depressionen 1"Depressionen sind die hauptsächliche psychische Folge von Stress", erläutert Richard Peter. Häufig treten Depressionen nach belastenden Lebenssituationen auf. Viele Betroffene haben mehr Stresshormone im Blut. Vereinfacht ausgedrückt bleibt der Körper dauerhaft in Alarm-Zustand. Depressionen äußern sich zum Beispiel in Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit, die mit unerträglicher innerer Unruhe einhergehen.
Depressionen 2
Die britische Studie "Whitehall II" und eine japanische Studie aus dem Jahr 2001 haben den Zusammenhang zwischen Depressionen und sogenannten Gratifikationskrisen gezeigt. In einer solchen Krise befinden sich Arbeitnehmer, die ihr Engagement im Beruf als hoch einschätzen, sich aber in zu geringem Maße dafür belohnt fühlen - auch in Form von Zukunftssicherheit ihrer Arbeitsstelle.
Verspannungen und Haltungsschäden"Du bist angespannt und verkrampft." Schon die Alltagssprache kennt diesen Zusammenhang zwischen Seele und Körper: Anhaltende seelische Spannung führt zu Verspannungen der Muskeln und zu einer falschen Körperhaltung. "Das kann zu Schäden am Bewegungsapparat führen und sich über Rückenschäden bis hin zum Bandscheibenvorfall auswirken", so die Einschätzung des Ulmer Forschers Richard Peter.