Burn-Out behandeln: Leistungsfähigkeit als begrenzt akzeptieren
zuletzt aktualisiert: 20.07.2011 - 17:17Düsseldorf (RPO). Burn-Out behandeln: Ausgebrannt, am Ende, erschöpft - der Betroffene hat sich überfordert und zwar solange, bis sein Körper sich weigert, sich selbst zu regenerieren. Die Frage stellt sich: Warum? Gibt es Möglichkeiten, Leistung und den Wunsch nach Anerkennung zu trennen?
Um den Burn-Out zu behandeln, wird zumeist eine Psychotherapie eingesetzt. Das Ziel von Fachärzten, -kliniken und -therapeuten ist es, den Patienten auf kognitivem Wege erkennen zu lassen, wie sehr sich seine übersteigerten Ansprüche an sich selbst von der Realität entfernt haben. Der Betroffene hat sich zu einem großen Teil von seinem Alltag verabschiedet. Er verspürt Niedergeschlagenheit, die nicht selten auch in einer schweren Depression ihren Ausdruck findet. Hier ist das korrekte Verständnis dieses Syndroms nötig: Dass der Betroffene sich - seinem eigenen Erwartungsdruck und den beruflichen Gegebenheiten entsprechend - ständig überfordert hat, sorgt irgendwann dafür, dass sein Körper nicht mehr dazu imstande ist, sich zu entspannen. Der körpereigene Stoffwechselhaushalt ist in dieser Funktion nahezu außer Kraft gesetzt, der Patient erfährt einen Burn-Out.
Behandeln kann man den Burn-Out insbesondere durch die Korrektur der Wertvorstellungen des Betroffenen, die allerdings größtenteils in seinem Unterbewusstsein ihren Platz gefunden haben und sich hartnäckig gegen eine Heilung wehren. Viele der Burn-Out Patienten haben verlernt, auf ihren eigenen Körper zu achten, viel schlimmer sogar: Sie nehmen ihn gar nicht mehr wahr. Hier finden die Therapeuten unterstützende Körpertherapien, die dem Betroffenen sukzessive dabei helfen, die Zeichen seines Körpers wieder zu spüren. Burn-Out behandeln heißt, den Patienten von falschen Paradigmen zu befreien. Vorstellungen, die ein deutliches Produkt der angeblich oder vermeintlich zivilisierten Industriestaaten sind, in denen Menschen ausschließlich nach Leistung bewertet werden. Da sich in die Seele des Burn-Out Patienten die Vorstellung eingebrannt hat: '(...) Ich muss etwas leisten, sonst werde ich nicht mehr geliebt’, findet sich das unausweichliche Ende der Leistungsfähigkeit allzu meist in einer Depression. Dass Liebe und Anerkennung nichts mit Leistung zu tun haben, dass Mensch-Sein nicht ausschließlich im Extrem stattfinden kann, das versuchen die behandelnden Therapeuten mit Psychotherapien und Verhaltenstherapien zu vermitteln, um den Burn-Out zu behandeln.
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