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Panorama Alzheimer Demenz Altersheim alte Frau 2010 DDP
  Foto: DDP

Forschungsergebnisse: Stress verstärkt Alzheimer

zuletzt aktualisiert: 08.06.2011 - 07:46

München (RPO). Wer Stress hat, der könnte anfälliger für Alzheimer sein. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München und der Universität von Minho in Braga (Portugal) in Tierversuchen nachgewiesen. Stress fördert krankhafte Veränderungen in Nervenzellen, wie sie auch bei Morbus Alzheimer auftreten.

Im Tiermodell der Ratte konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass chronischer Stress die molekularen Prozesse in Gang setzt, die sowohl zur Bildung und Umwandlung bestimmter Proteine führen. Beide Prozesse stehen am Anfang der Alzheimer-Erkrankung und sind Ausgangspunkt für die pathologischen Prozesse, die die Zerstörung von Nervenverbindungen und schließlich das Absterben der Nervenzellen verursachen. Die Folgen sind kognitive Einbußen und Gedächtnisverlust für die Betroffenen.

Auch im Tierexperiment zeigen die gestressten Ratten eine deutliche Verschlechterung ihrer Gedächtnisleistung. Die Tiere konnten sich schlechter an bereits Gelerntes erinnern. Aufgrund der Beobachtung, dass depressive Patienten ein höheres Risiko haben, Alzheimer zu entwickeln, verfolgen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität von Minho in Braga, Portugal, seit Jahren die Hypothese, dass die Entwicklung beider Erkrankungen durch Stress ausgelöst und beeinflusst wird.

Aufgrund dieser Befunde folgern die Autoren, dass Stress die Entstehung der Alzheimer-Kranlheit fördert und möglicherweise auch mit auslöst. Die Verringerung und Vermeidung von Stress soll sich demnach verlangsamend auf die Entwicklung der Erkrankung auswirken.

Weltweit leiden rund 36 Millionen Menschen an der bekanntesten Demenz-Erkrankung, Morbus Alzheimer. Die Betroffenen leiden unter zunehmendem Gedächtnisverlust, welcher sich bis zur völligen Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit steigern kann. Charakteristische Krankheitsmerkmale sind die Ablagerungen des Eiweißmoleküls Beta-Amyloid in Form von Plaques an Nervenzellen und die Bildung von Tau-Protein Fibrillen, welche zu einem Verlust an Nervenverbindungen und Nervenzellen im Gehirn führt. Sieben bis zehn Prozent der Krankheitsfälle sind nach Informationen des Max-Planck-Instituts erblich bedingt. Wenig bekannt ist hingegen über die Ursachen der sporadisch auftretenden Alzheimer-Erkrankung. Auffällig ist jedoch, dass sie erst mit zunehmendem Alter ab 65 Jahren auftritt.

Jeder zweite Deutsche fürchtet sich laut einer DAK-Studie vor dieser Krankheit  oder Demenz. Mit 57 Prozent ist demnach die Sorge der Frauen deutlich größer als die der Männer (42 Prozent). In der Altersgruppe der über 60-Jährigen war die Angst vor schweren Gedächtnis- und Orientierungsstörungen mit 60 Prozent fast so groß wie bei Krebs mit 63 Prozent.

Als nächstes wollen die Forscher des Max-Planck-Instituts in München herausfinden, ob Stress und Stresshormone eine ähnliche Rolle bei nicht-erblichem Alzheimer spielen. Auch beim Menschen könnten negative Umwelteinflüsse das Alzheimer-Risiko und den Verlauf der Erkrankung beeinflussen. "Wenn Stress tatsächlich ein Auslöser für Alzheimer wäre, würde das neue Möglichkeiten eröffnen, die Krankheit zu verhindern oder zumindest zu verzögern", sagt Osborne Almeida vom Institut für Psychiatrie. Darüber hinaus erhöht Stress die Anfälligkeit für Depressionen.

Quelle: Max-Planck-Institut für Psychiatrie/chk

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