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Unzufrieden am Arbeitsplatz: Zu wenig Anerkennung steigert Infarkt-Risiko

zuletzt aktualisiert: 16.02.2012 - 07:26

Berlin (RPO). Wer unzufrieden an seinem Arbeitsplatz ist, der hat ein höheres Herzinfarkt-Risiko. Bei fast jedem zehnten Deutschen führt mangelnde Anerkennung am Arbeitplatz zu diesem zusätzlichen Gesundheitsrisiko, warnen Experten im DAK-Gesundheitsreport.

Fast jeder zehnte Bundesbürger fühlt sich der DAK-Studie zufolge am Arbeitsplatz nicht angemessen gewürdigt. Für diese Menschen bestehe ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko, warnen die Experten. Dies sei vor allem angesichts der zunehmenden Zahl älterer Arbeitnehmer von Bedeutung, die ohnehin stärker von Herzerkrankungen betroffen seien. Bereits im vergangenen Jahr stieg der Krankenstand in Deutschland nach Berechnungen der Krankenkasse auf den höchsten Wert seit 15 Jahren.

Eine Umfrage der DAK Gesundheit unter mehr als 3.000 Beschäftigten im Alter zwischen 25 und 65 Jahren ergab, dass sich 9,3 Prozent der Erwerbstätigen weder angemessen entlohnt noch ausreichend anerkannt fühlen. Aus mehreren Studien sei bekannt, dass eine solche sogenannte berufliche Gratifikationskrise ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt-Risiko zur Folge habe, sagte Hans-Dieter Nolting vom Berliner IGES-Institut, das die Daten für den Gesundheitsreport ausgewertet hatte.

Das macht Arbeiten für viele belastender

Berufliche Belastung wegen häufigen Zeitdrucks empfindet demnach jeder Fünfte (21,8 Prozent). Fast ebenso viele klagen darüber, dass ihre Arbeit in den vergangenen Jahren stetig zugenommen habe. Unter Unterbrechungen und Störungen bei der Arbeit leiden rund 20 Prozent.

Das Risiko für einen Herzinfarkt steige ab dem 55. Lebensjahr stark an, betonte der Chef der DAK Gesundheit, Herbert Rebscher.
Angesichts der Alterung der Belegschaften seien deshalb künftig immer mehr Erwerbstätige von Herzinfarkten oder Angina Pectoris betroffen. Unternehmen stünden vor ganz neuen Herausforderungen in Bezug auf ein effektives Gesundheitsmanagement.

In Zukunft mehr Krankschreibungen erwartet

Angesichts der demografischen Entwicklung erwarte er, dass die Zahl der Krankschreibungen in den nächsten Jahren "beschleunigt" steigen werde, sagte Rebscher. Bereits 2011 war der Krankenstand mit 3,6 Prozent (2010: 3,4 Prozent) so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dies entspricht einer durchschnittlichen Krankheitsdauer bei 13,2 Kalendertagen (2010: 12,5 Tage). Eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsmeldung lag für 47,8 Prozent der DAK-Versicherten vor - mehr als die Hälfte (52,2 Prozent) meldete sich 2011 also nicht krank.

Besonders häufig wurden Beschäftigte wegen Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems, zum Beispiel Rückenerkrankungen, arbeitsunfähig geschrieben. Auf Platz zwei lagen Atemwegserkrankungen, gefolgt von Verletzungen bedingt zum Beispiel durch Unfälle. An vierter Stelle folgten psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 13,4 Prozent.

In den vergangenen 15 Jahren hat sich ihr Anteil am Krankenstand mehr als verdoppelt, wie die DAK mitteilte. "Die durchschnittliche Krankschreibung bei psychischen Leiden liegt bei rund 30 Tagen", erklärte Rebscher. Ein Monat Arbeitsausfall sei ein betriebswirtschaftliches Risiko, sodass es sich lohne, hier zu investieren.

Jüngere häufiger, aber kürzer krank als Ältere

Frauen meldeten sich häufiger arbeitsunfähig als Männer. In Bezug auf das Alter ergab die Auswertung, dass jüngere Arbeitnehmer häufiger krank waren, allerdings kürzer als Ältere. Die durchschnittliche Erkrankung eines 15- bis 19-Jährigen dauerte 5,3 Tage, die eines 55- bis 59-Jährigen 18,3 Tage.

Die Branchen mit den niedrigsten Krankenständen waren 2011 der Bereich Bildung, Kultur und Medien mit 2,7 Prozent sowie der Bereich Banken und Versicherungen mit 3,0 Prozent. Den höchsten Krankenstand weisen die Öffentliche Verwaltung mit 4,2 Prozent und das Gesundheitswesen mit 4,1 Prozent auf.

Den Zahlen zugrunde liegt die Auswertung der Daten von 2,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten der DAK Gesundheit, dem Zusammenschluss der Deutschen Angestellten Krankenkasse und der BKK Gesundheit.

Quelle: APD

 
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