Foto: Pro Dente e.V.
Könnten Sie sich auf den Zahn fühlen lassen, was Ihr Wissen über Milchzähen angeht? Warum bekommen Kinder eigentlich nicht gleich die bleibenden Zähne und ab wann muss man mit dem Zähne putzen beginnen? Hier erfahren Sie Erstaunliches und Wichtiges über das erste Gebiss.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, Pro Dente e.V.
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Warum Milchzähne so heißen
In der Fachsprache heißen die ersten Zähne "dentis lactatis", was übersetzt so viel heißt wie Milchzähne. Sie haben ebenso wie Milch eine weiße Farbe mit bläulichem Schimmer und haben auch daher ihren Namen.
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Von Null auf 32
Babys werden - außer in seltenen Ausnahmefällen - ohne Zähne geboren. Sie brauchen sie ja auch noch nicht. Erst mit etwa einem halben Jahr, bricht - meist von viel Geschrei und auch Infekten begleitet - das erste Zähnchen durch. Nach und nach folgen alle weiteren Zähne. In der Regel um den dritten Geburtstag ist das Milchgebiss dann mit 20 Zähnen komplett. Das Erwachsenengebiss hingegen hat in der Regel 32 Zähne.
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Milchzähne sind nicht egal
Der kindliche Kiefer ist deutlich kleiner als der eines Erwachsenen. Die Milchzähne wachsen als Platzhalter für später bleibende Zähne. Nur gesunde Milchzähne bilden ein gutes Fundament für das bleibende Gebiss. Weil sie nur so eine dünne Schmelzschicht haben, ist es wichtig, sie von Anfang an gut mit Fluorid zu schützen. Ist erst mal Karies an den Zähnen, breitet sie sich bei Kindern viel schneller aus als bei Erwachsenen.
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Schlechte Milchzähne - schlechte Aussichten
Durch Infektionen, die von den Milchzähnen ausgehen, kann auch das Allgemeinbefinden der Kinder betroffen sein. Durchfälle entstehen, eine höhere Infektanfälligkeit. Entzündungen an den Wurzeln der Milchzähne können sogar dazu führen, dass sich bleibende Zähne verfärben oder missgebildet sind.
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Richtig sprechen lernt man nur mit Zähnen
Wichtig sind die Milchzähne auch für eine gesunde Sprachentwicklung. Sind zum Beispiel die Frontzähne im Milchgebiss nicht mehr vorhanden, rutscht die Zunge des Kinders beim Sprechen zu weit nach vorne. Das Kind kann dadurch S- und Z-Laute nicht richtig bilden. Die ständig falsche Zungenbewegung kann zudem zu einem Fehlbiss führen. Die Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer können sich nicht mehr berühren. Ein offener Biss entsteht.
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Milchzähne sind wie ein Klettergerüst
Die Backenzähne des bleibenden Gebisses hangeln sich an den Milchzähnen hoch. Fehlen die Milchzähne, wachsen sie zu weit vorne und müssen durch langwierige kieferorthopädische Behandlung an ihre richtige Position gebracht werden.
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Attacke auf die Milchzähne
Hartnäckig hält sich das Gerücht, man müsse Milchzähne nicht putzen. Das Gegenteil ist der Fall. Kariesbakterien besiedeln den Mundraum des Kindes sogar schon lange, bevor der erste Zahn zu sehen ist. Nur durch die ständige Versorgung mit der für Kleinkinder und später Schulkinder angemessenen Menge Fluorid sorgt man dafür, dass der Zahnschmelz widerstandsfähig ist und die bakteriellen Angreifer nicht die Überhand gewinnen.
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Zähne wachsen nicht
Zähne wachsen nicht mit. 32 Zähne, wie sie der Erwachsene hat, würden im Kindergebiss gar keinen Platz finden. Erst nach und nach wächst der Kiefer. Beim Schulkind kommen zusätzliche Backenzähne hinzu. Das Gebiss umfasst nun schon 24 Zähne. Stück um Stück machen zeitgleich die Milchzähne Platz für angemessen große Zähne, die für den Rest des Lebens halten sollen.
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Säureangriff durch Dauernuckeln
Gefährlich für die "weichen" Milchzähne sind vor allem süße oder auch saure Getränke aus der Nuckelflasche. Werden die Zähne ständig mit solchen Flüssigkeiten umspült, kommt es zu Karies, der dann gerne an den Frontzähnen entsteht. Für die Kinder bedeutet es eine Tortur, den Schaden an den Zähnen zu beheben. Nicht selten kann das nur unter einer Vollnarkose geschehen. Im schlimmsten Fall können die Zähne nicht erhalten werden und müssen schon in zartem Alter gezogen werden.
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Wie man richtig putzt
Putzen muss man die Milchzähne, sobald sie zu sehen sind. Am besten macht man das 1 x täglich - am besten abends - mit einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta. Am Morgen reicht es aus, nur mit Wasser oder alternativ einer nicht fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen.
Am besten klappt das, wenn Sie Ihr Kind dazu auf den Schoß nehmen oder es sicher auf den Wickeltisch legen. Sie ziehen die Lippen nach unten bzw. oben. Dann werden die vorhandenen Frontzähne vom Zahnfleisch zum Zahn geputzt.