About a Boy: Neues vom Blender
VON SEBASTIAN DALKOWSKI - zuletzt aktualisiert: 30.12.2011 - 10:05Düsseldorf (RPO). Es ist egal, wie wenig Karl-Theodor zu Guttenberg für einen Job befähigt – er bekommt ihn doch. Heute noch EU-Berater für Freiheit im Internet, weil Neelie Kroes, EU-Kommissarin für Digitales, Talente und keine Heiligen sucht, morgen schon... Unser Kolumnist hat sich fünf weit hergeholte und deshalb wahrscheinliche Szenarien ausgedacht.
Chirurg an der Berliner Charité
Karl-Theodor zu Guttenberg kann mit Messer und Gabel essen. Das reicht völlig aus, um seine Ernennung zum Chefchirurgen an der Berliner Charité zu rechtfertigen. Dort gibt er nach jeder Operation eine Pressekonferenz und führt die Einstecktuchpflicht in seiner Abteilung ein. Wenig überraschend geht fast jede Operation schief, halb Berlin-Mitte hat er auf dem Gewissen, doch der Chef der Charité hält an ihm fest: „Wir brauchen Talente, keine Götter in Weiß.“
Japanisch-Dolmetscher
Wie so ziemlich jeder Deutsche spricht auch KT kein Wort Japanisch. Was aber Siemens nicht davon abhält, ihn als Japanisch-Dolmetscher auf Konferenzen einzusetzen. Natürlich versagt er bei jeder Veranstaltung und verwirrt die Japaner mit merkwürdigem Tsching-Tschang-Tschong. Die aber sind lange Zeit zu höflich, um sich zu beschweren. Als Kritik am Engagement Guttenbergs laut wird, stellt sich der Siemens-Chef entschlossen vor Guttenberg: „Wir brauchen Talente, keine Sprachwahrer.“
Achterbahnkonstrukteur
Das Phantasialand vollzieht einen kaum denkbaren PR-Stunt und ernennt Guttenberg zum Konstrukteur der neuen Riesenachterbahn. Laut eigener Aussage hat der fränkische Tausendsassa schon mal eine Achterbahn von Nahem gesehen – das reicht für die Anstellung. Vier Jahre lang bastelt er an der Attraktion mit vier Schrauben, sieben Loopings und einem freien Fall am Ende. Leider ist der Fall sehr frei. Als sich die Beschwerden der Witwen und Waisen häufen, gibt der Phantasialandchef eine Pressekonferenz und verteidigt den Oberkonstrukteur: „Wir brauchen Talente, keine Vorschriftennazis.“
Formel-1-Pilot
Als Politiker musste er ja selten selbst fahren. Da kann er im Formel-1-Zirkus schön üben, ohne den öffentlichen Verkehr zu gefährden. Ferrari sichert sich ohne zu zögern seine Dienste und erhofft sich von ihm die erste Weltmeisterschaft seit einem halben Jahrzehnt. Da Guttenberg aber weder einen Helm tragen noch schneller als 80 fahren will, um seine Frisur nicht zu zerstören, reicht es für ihn meist nur für drei Runden, bevor das Rennen beendet wird. Der Ferrari-Chef aber will von Kritik nichts hören: „Wir brauchen Talente, keine Schumis.“
Mutter
Weil Gattin Stephanie noch ein Kind möchte, sich aber nicht die straffe Figur verderben will, beschließt sie, dass KT die Schwangerschaft übernimmt. Der ist sofort begeistert und gibt erstmal eine Pressekonferenz, in der er diesen historischen Schritt der Welt verkündet. Doch so sehr sich das Ehepaar auch bemüht, Karl-Theodor wird und wird nicht schwanger. Seine Frau aber stellt sich trotzdem vor ihn: „Ich brauche Talente, keine Gebärmaschinen.“
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